16. Mai 2026, Hasselroth
Wilde Weiden – Ausflug in die neue Wildnis
Im Rahmen der Aktionswoche von BioFrankfurt boten Weidewelt e.V. und HGON-Arbeitskreis Main-Kinzig eine Exkursion zum Beweidungsprojekt am Naturschutzgebiet „Hässeler Weiher“ an. Für Weidewelt war dies wieder ein Beitrag zum "Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums" (IYRP).
Fachkundig geleitet wurde die Exkursion von Andreas Höfler, Mitglied von Weidewelt e.V. und Projektkoordinator der HGON. Andreas Höfler ist Motor des Projekts und profunder Kenner des Gebiets. Für sein Engagement wurde er am 21. Januar 2026 mit dem Umweltpreis 2025 des Main-Kinzig-Kreises ausgezeichnet. Aktuell ist er in der Endauswahl für den Bürgersinn-Preis der Stiftung Citoyen.
Im NSG Hässeler Weiher sind Heckrinder, Koniks, Ziegen und Wasserbüffel für den Landschafts- und Naturschutz aktiv. Vom Beobachtungsturm, der "Boll-Hütte", gab es einen schönen Einblick ins Gebiet. Dabei wurden auch drei Kiebitze und ein Braunkehlchen-Weibchen beobachtet.
Fotos: Gerd Bauschmann, Archiv VSW
10. Mai 2026, Friedberg-Dorheim
Vogelstimmenwanderung des NABU Friedberg auf dem Dorheimer Wingert
Mehr als 20 Interessierte, darunter auch Kinder, konnten NABU-Vorstandsprecherin Ruth Müller und Weidewelt-Vorsitzender Gerd Bauschmann begrüßen.
Bauschmann berichtete, dass der Wingert im Mittelalter wirklich Weinberg war, dann Ackerland und ab Mitte des 19. Jahrhunderts mit Obstbäumen bepflanzt wurde. Da Obstbäume eine Lebensdauer von etwa 80 Jahren haben, stirbt inzwischen die zweite Baumgeneration ab. In den letzten Jahren wurden im Zuge der Ausgleichsflächen für den Bau der Ortsumfahrung oder durch private Nutzer zahlreiche neue Hochstämme gepflanzt, doch fehlen die Bäume mittleren Alters um 40 - 50 Jahre.
Bedeutsam für Vogelarten, die ihre Nahrung am Boden suchen, ist die von Weidewelt koordinierte Beweidung der Flächen durch zwei Schafhalter. Über 20 verschiedene Vogelarten von Amsel bis Zilpzalp wurden gehört oder gesehen, darunter der Streuobst-Charaktervogel Gartenrotschwanz, der in diesem Jahr am Wingert eine Rekordzahl von mindestens 16 Revieren besetzt.
Der Botaniker Dr. Stefan Nawrath, NABU- und Weidewelt-Mitglied, ergänzte die Führung durch Informationen zur Pflanzenwelt der auf dem Wingert vorherrschenden Salbei-Glatthafer-Wiesen: Wiesensalbei, knolliger Hahnenfuß, Wiesen-Labkraut, Mittlerer und Spitzwegerich und Wiesenknopf oder Pimpinelle, Bestandteil der Grünen Soße, wachsen hier.
Fotos: Harald Bernd/NABU Friedberg, Archiv VSW
09. Mai 2026, Friedberg-Dorheim
Weidewelt-Mitgliederversammlung für das Geschäftsjahr 2025
Die Mitgliederversammlung von Weidewelt fand erstmals seit Jahren wieder in Präsenz und nicht online statt. Treffpunkt bei schönstem Wetter war der Streuobsterlebnispunkt des NABU Friedberg im Weidewelt-Projektgebiet „Wingert bei Dorheim“.
Sehr üppig fiel der Tätigkeitbericht des Vorstands aus. So beteiligte sich der Verein mit Ausstellungstafeln und Infomaterial an mehreren Veranstaltungen, es wurden bundesweit drei Fachvorträge gehalten und zwei Exkursionen durchgeführt. Mehrere Broschüren, Faltblätter, Positionspapiere und Publikationen stehen für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Eigens produzierte Wildobstliköre und Schafwollseifen runden das Angebot ab.
Das Leuchtturm-Projekt von Weidewelt ist die Aktion „Weidelandschaft des Jahres“. 2025 wurden die „Habichtsweiden in der Saarengeti“ im Beisein der Saarländischen Umweltministerin Petra Berg ausgezeichnet, 2026 ist die Weidelandschaft die „Lüneburger Heide“.
Die Beratung von Einzelpersonen, Behörden und Verbänden ist eine weitere Aufgabe von Weidewelt. Neben der Beantwortung von Anfragen wurden auch einige Beweidungsprojekt besucht und begutachtet. Daneben ist Weidewelt auch an der Entwicklung von neuen Projekten von bundesweiter Bedeutung beteiligt.
Um fachkompetent und aus eigenen Erfahrungen heraus beraten zu können, betreibt Weidewelt zwei vereinseigene Beweidungsprojekte und ist beteiligt an Projekten von Mitgliedern. Gemeinsam mit der Faunistischen LandesArbeitsGemeinschaft Hessen (FLAGH) wird in einigen der Gebiete projektbegleitende Forschung betrieben, teilweise schon seit Jahrzehnten. So wurden z. B. auf einer ganzjährig beweideten Rinderkoppel bei Lorsch in Südhessen in knapp zehn Jahren allein 787 Käferarten nachgewiesen und im Projektgebiet „Wingert bei Dorheim“ bisher 2.144 Tier- und Pflanzenarten. Der Wingert ist somit aktuell das am besten untersuchte und artenreichste Streuobstgebiet in ganz Deutschland. Die Untersuchungen zeigen aber insgesamt auch die Bedeutung der extensiven Beweidung für die Biodiversität.
Bei der nachfolgenden Vorstandswahl wurden Gerd Bauschmann zum Vorsitzenden, Andreas Schmidt zu seinem Stellvertreter, Rita Dambowy zur Kassenwartin, Lars Wichmann zum Geschäftsführer sowie Helena Engfeld und Gernot Heuser zu Beisitzern gewählt.
Schwerpunkt der Vereinsarbeit in 2026 wird das von der UN ausgerufene Jahr der Weidelandschaften und des Hirtenwesens sein. Weidewelt hat dazu schon einige Veranstaltungen, Vorträge und Druckwerke in Planung. Wichtig dafür sind auch das Weidwelt-Netzwerk und insbesondere die guten Kontakte nach Spanien.
Nach einem kurzen Imbiss im NABU-Streuobsterlebnispunkt schlossen einige der Mitglieder noch einen Rundgang durch das Weidewelt-Projektgebiet „Wingert bei Dorheim“ an.
30. April 2026, Wingert bei Dorheim
Batlogger wird im Projektgebiet installiert
Die Technik hält immer weiter Einzug im Projektgebiet Wingert bei Dorheim. Neben Wildkameras, die nachtaktive Säuger dokumentieren, und Horchboxen zur kontinuierlichen Erfassung von Vögeln, wurde nun auch ein Batlogger am Wingert installiert. Er zeichnet die Ultraschallrufe der nachtaktiven Fledermäuse auf, die dann von Adam Strecker von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Hessen analysiert werden. Vorgesehen ist eine Laufzeit von einem Jahr, auch im Winter.
23. April 2026, Wingert bei Dorheim
Bodenfallen werden installiert
Von 1996 bis 2004 und dann wieder ab 2020 wurden im Projektgebiet Wingert bei Dorheim auf Schafkoppeln Bodenfallen installiert, um den Einfluss von Beweidungszeitpunkten auf Flora und Fauna zu untersuchen. In diesem Jahr werden nun - neben den Schafweiden - von Weidewelt und FLAGH auch andere Grünland-Nutzungstypen erfasst. Neben Heuwiese, Mulchfläche und Mähweide sind dies auch eine Pferde- und eine Rinderweide.
19. April 2026, Lorsch
Tag der Weidetiere im Freilichtlabor Lauresham
Bei dem im Freilichtlabor Lauresham veranstalteten großen Tag der Weidetiere waren auch Vorstandsmitglieder von Weidewelt aktiv. Eingebettet in das Themenjahr zum Immateriellen Kulturerbe und in das Internationale Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums, gab es eine Vielzahl unterschiedlichster Angebote wie Infostände, Vorstellung unterschiedlicher Rinder-, Schaf-, Ziegen und Hütehundrassen und Kurzvorträge.
Auf einem Infostand, der von Roya Bornhütter, Gerd Bauschmann, Lars Wichmann und Andres Schmidt betreut wurde, wurden auch Materialien der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) verteilt. Weitere Infostände waren z. B. vom NABU und vom Förderkreis Große Pflanzenfresser im Kreis Bergstraße.
Im Besucherzentrum wurde das Skelett eines über 50.000 Jahre alten Auerochsen ausgestellt, das aus einer Kiesgrube bei Groß-Rohrheim stammt.
Es gab Kurzvorträge zu verschiedenen Themen und Beweidungsprojekten. So stellte Gerd Bauschmann das Jahr der Weidelandschaften und Hirten vor und ging auch auf die Domestizierung der Nutztierarten und die Weidelandschaft des Jahres ein.
Andreas Schmidt präsentierte die Ergebnisse des seit über zehn Jahren laufenden Beweidungsmonitorings an der Wattenheimer Brücke in Lorsch vor, insbesondere die Käfer.
Bei den Rindern wurden Rätisches Grauvieh (2 Fotos), Braunvieh (2 Fotos), Cachena (3 Fotos), Hinterwälder Rinder (2 Fotos) und Vogesenrinder (3 Fotos) gezeigt.
Bei den Schafen waren es Guteschafe, bei den Ziegen Vierhornziegen und Thüringer Waldziegen (nicht abgebildet)
Pommerngänse sowie Hütevorführungen mit Kelpies, Bordercollies und Altdeutschen Schwarzen rundeten das Programm ab.
alle Fotos: Roya Bornhütter, Lars Wichmann, Gerd Bauschmann
05. April 2026, Wetzlar und Friedberg
Frohe Ostern
31. März 2026, Weilburg/Hessen
8. Treffen der AG „Wolf in Hessen“ – Änderungen im Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetz
Vertreterinnen und Vertreter aus Weidetierhaltung, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Wissenschaft und Tierschutz - darunter auch der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann - diskutierten über die beschlossenen Änderungen des Bundesjagd- sowie des Bundesnaturschutzgesetzes.
Die Auswirkungen auf den zukünftigen Umgang mit dem Thema Wolf in Hessen sowie die praktische Umsetzung der Änderungen standen dabei im Mittelpunkt.
Im Rahmen der vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat moderierten Plenumsdiskussion wurden gemeinsam die drei zentralen Themenschwerpunkte der neuen Regelungen des Bundesjagdgesetzes zum Umgang mit dem Wolf behandelt:
Das Treffen der Arbeitsgruppe Wolf war von einem sachlichen und konstruktiven Dialog geprägt, der unterschiedliche Standpunkte produktiv zusammenführte.
Gemeinsamer Konsens war die Bedeutung des Herdenschutzes und die Beibehaltung der Förderung in mindestens der bisherigen Höhe, auch unter den neuen jagdgesetzlichen Regelungen. Wichtig war in den Augen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die Definition des sogenannten zumutbaren Herdenschutzes für Hessen.
Foto: Wolfszentrum Hessen
25. März 2026, Herzberg am Harz
Vortrag über Beweidung von Streuobstwiesen als Schlüssel zur Biologischen Vielfalt
Ca. 60 TeilnehmerInnen aus Verbänden, Behörden, Landwirtschaft und Politik waren der Einladung des LPV Götingen zum Vortrag des Weidewelt-Vorsitzenden Gerd Bauschmann gefolgt.
Nach Einführungen über die Entstehung von Kuturlandschaften und Haustierrassen sowie zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und Hirten folgte das Hauptthema zur Pflege von Streuobstbeständen. Hier stellte Bauschmann zuerst den Lebensraum mit seinen Tier- und Pflanzenarten vor. Schwerpunkte dabei waren die Vogelwelt, kotbewohnende Insekten und die Erforschung der Artenvielfalt. Anschließend ging er auf die Bedrohung von Streuobstwiesen ein, von der Totalvernichtung über schleichende Umwandlung in Plantagen bis zum Lebensraumverlust durch unterlassene Pflege. Als Pflegemaßnahmen wurden Mahd, Beweidung mit unterschiedlichen Nutztierarten und -rassen sowie Mulchen mit ihren Vor- und Nachteilen gegenübergestellt. Zum Abschluss wurden die fast 40jährigen Erfahrungen aus dem Weidewelt-Projektgebiet "Wingert bei Dorheim" vorgestellt, von der Beweidungstechnik über Baumpflege bis zu Umweltbildung und Vermarktung von Produkten.
Fotos: Silke Staubitz, LPV Göttingen
23. Februar bis 06. März 2026, Marokko
Landwirtschaftliche Bildungsreise
2026 ist das von der UN ausgerufene Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums. Grund genug, sich einer von VLF (Verein für landwirtschaftliche Fortbildung) und AH-Reisen (Agrarreisen Hochenauer) organisierten zwölftägigen Rundreise mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt durch Marokko anzuschließen.
Die landschaftliche Vielfalt und Schönheit des Landes reicht von den Küsten des Mittelmeers und des Atlantik über Halbwüsten und Wüsten mit eingelagerten Oasen und fruchtbaren Tälern bis zu den Atlasgebirgen (Mittlerer, Hoher und Antiatlas) mit Gipfeln von fast 4.200 Metern.
Neben 9 Millionen ha Wald und 8,7 Millionen ha Anbauflächen verfügt das Land über ca. 20 Millionen ha Weideland.
Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Marokko. 43,6% der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Auf 59% der Agrarflächen wird Getreide (Weizen, Gerste) angebaut, auf 16% Obst (Zitrusfrüchte, Aprikosen, Wein, Oliven usw.), auf 5% Futtermittel und auf je 3% Hülsenfrüchte und Gemüse. Sonderkulturen sind z. B. Argan, Safran und Eisenkraut.
Allerdings sind 70% aller Betriebe unter 5 ha groß. Hier wird hauptsächlich zum Eigenbedarf oder zur Selbstvermaktung produziert.
Oft wird Mischkultur betrieben, um Ernteverluste (z. B. infolge Dürren) auszugleichen. Die Vegetation unter den Obstbäumen dient der Viehversorgung.
In Marokko leben 3,3 Millionen Rinder, 6 Millionen Ziegen und 21,5 Millionen Schafe. Überall im Land begegnet man kleinen, oft von Kindern oder Greisen betreuten Herden.
Pferde, Esel und Mulis sowie Dromedare dienen immer noch als Reit- und Transporttiere.
Nomadismus war früher weit verbreitet. Die Herden aus Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden, Eseln und Kamelen zogen im jahreszeitlichen Rhythmus zwischen den Hochgebirgen und den Tallagen hin und her. Die Nomaden transportierten ihr gesamtes Hab und Gut auf den Tragtieren. Inzwischen geht diese Form der Viehwirtschaft immer weiter zurück, Nomaden verkaufen ihre Tiere und werden sesshaft.
Anders leben die Halbnomaden. Bei ihnen ist ein Teil der Familie sesshaft und betreibt Ackerbau. Ein anderer Teil ist mit den Tieren unterwegs. Das Personal wird regelmäßig gewechselt, so dass jedes Familienmitglied nur einige Wochen auf Wanderschaft ist.
07. Februar 2026, Ockstadt
Neues Baumschutzsystem wird im Projektgebiet "Kirschenberg" ausgetestet
Das stabile Einzelbaumschutz-Drahtelement "PlantaGard" ist 1,5 m hoch und besteht aus 4,5 mm starkem Draht. Ein Set besteht aus drei Elementen und ist in ca. 5 Minuten aufgebaut. Dazu kommen 1 bis 2 Holzpfosten. Der Baumschutz kostet pro Set 65,-- € zuzügl. Versandkosten.
02. Februar 2026, Online
Vortrag über die Effekte ganzjähriger Beweidung in der Oranienbaumer Heide
2017 wurde die Oranienbaumer Heide von Weidewelt als "Weidelandschaft des Jahres" ausgezeichnet. Auf Einaldung des Vereins "Naturnahe Weidelandschaften" hielt nun Frau Prof. Dr. Sabine Tischew von der Hochschule Anhalt in Bernburg einen Vortrag über "Effekte ganzjähriger Beweidung auf verschiedene Organismengruppen in der Oranienbaumer Heide (Sachsen-Anhalt bei Dessau).
Februar 2026, Bonn und Stuttgart
Objekte des Jahres in der Zeitschrift "Natur und Landschaft"
28. Januar 2026, Online
Vortrag über alte Haustierrassen und Hirtenkultur
Passend zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums (IYRP) hatte die GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) Stefan McAllister-Knöpfer vom Verein Hirtenkultur aus Österreich zu einem Online-Vortrag eingeladen.
20. Januar 2026, Wetzlar
Neue Broschüre im Weidewelt-Verlag erschienen
54 Seiten stark ist die neue Broschüre über Wildobst und seltene Obstarten, die aktuell im Weidewelt-Verlag erschienen ist. Sie kann zu einem Preis von 5,-- € zuzügl. Porto und Verpackung im Weidewelt-Versand bestellt werden. Bei 2 bis 4 Exemplaren ermäßigt sich der Preis auf 4,50 €, ab 5 Exemplare auf 4,-- € (jeweils zuzügl. Versandkosten).
13. Januar 2026, Ockstadt und Dorheim
Ende der Weidesaison 2025/26 am Kirschenberg Ockstadt
Nachdem die Beweidung der Sommerweideflächen auf dem Kirschenberg in Ockstadt am 11. Juni 2025 nach der Schur mit 13 Fuchsschafen aufgenommen wurde, konnte die Herde heute nach vollendeter Arbeit wieder auf die Weideflächen am Dorheimer Wingert überführt werden. Die Weidesaison 2025/26 verlief in unserem Ockstädter Projektgebiet ohne größere Komplikationen. Wir haben das Weidejahr mit 13 gesunden Schafen begonnen und konnten es heute mit 13 gesunden Schafen wieder beenden – dafür sind wir dankbar!
Die Sommermonate 2025 kamen uns zwar nicht ganz so extrem trocken vor wie die der Vorjahre, dennoch war auch in diesem Jahr auf einzelnen Flächen nur ein Beweidungsdurchgang möglich.
Über mehrere Wochen im Herbst haben uns die im Gebiet lebenden Wildschweine an unsere Grenzen gebracht (siehe auch Beitrag vom 2. September 2025). Die Wildschweine haben Teile der Weideflächen großflächig umgewühlt, was sich negativ auf das Futterangebot ausgewirkt hat. Schwerwiegender war allerdings, dass die Wildschweine wiederholt auch unsere Weidezäune umgerissen und zerstört haben.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Lea, Emma, Yeti, Paulinchen, Klara, Ida, Lotta, Yuma, Lilly, Finja, Amy, Abigail und Pebbles für die gewohnt gute und professionelle Zusammenarbeit.
06. Januar 2026 (Heilige Drei Könige), Friedberg-Ockstadt
Winterbeweidung am Kirschenberg Ockstadt
In den letzten Tagen ist auch in unserem Weidewelt-Projektgebiet in Ockstadt der Winter eingezogen. Derzeit absolviert die Fuchsschaf-Herde auf der letzten Weidefläche ihren zweiten Beweidungsdurchgang der Saison 2025/26. Die derzeit beweidete Fläche liegt auf ca. 210 m über NN, die aktuelle Nachmittagstemperatur beträgt – 4°C. Da nur wenige Zentimeter Schnee liegen, kommen die Schafe noch problemlos an den nach dem ersten Beweidungsdurchgang im Juni nachgewachsenen Gras- und Krautaufwuchs. Da wir bereits etwas ältere Schafe in der Herde haben, und weil es auch für die jüngeren Schafe eine willkommene Abwechslung darstellt, füttern wir aufgrund der Witterung aktuell Heu zu. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Was haben wir die letzten Frosttage noch so gemacht? Die Tränke regelmäßig enteist und mit warmen Wasser offengehalten, einen Kabelbruch am Weidezaungerät repariert, Schafe pedikürt und die Herde bei Laune gehalten.
01. Januar 2026, Wetzlar
Lüneburger Heide ist Weidelandschaft des Jahres 2026
Seit 2015 ruft „Weidewelt – Verein für naturschutzkonforme Landnutzung durch Beweidung“ alljährlich die „Weidelandschaft des Jahres“ aus. Dazu macht ein Kuratorium, dem namhafte Wissenschaftler angehören, bis zu drei Vorschläge. Aus diesen wird dann in der Weidewelt-Mitgliederversammlung die „Weidelandschaft des Jahres“ gekürt. Für 2026 fiel die Wahl auf die Lüneburger Heide.
Diese ist bekannt durch die bereits seit der Jungsteinzeit existierende Heidevegetation, die auch heute noch durch Beweidung mit Heidschnucken und anderen Weidetieren erhalten wird. Traditionell werden die Schnuckenherden von Schäferinnen und Schäfern mit Hütehunden ganzjährig gehütet.
Schutzgebiete sind der 1.078 km² Naturpark Lüneburger Heide mit dem 234 km² großen Naturschutzgebiet Lüneburger Heide sowie der 480 km² große Naturpark Südheide.
Die Aktion „Weidelandschaft des Jahres“ wird in diesem Jahr ergänzt durch die von der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.) ausgerufene Gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2026: „Heidschnucken und Hütehunde“.
Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist die Ausrufung des Jahres 2026 zum Themenjahr der Hirten und Weidelandschaften („International Year of Rangelands and Pastoralists“) durch die Weltlandwirtschaftsorganisation FAO („Food and Agriculture Organization of the United Nations“) der UN. Auch dabei engagiert sich Weidewelt und wird einige Aktionen in 2026 durchführen.
Fotos: VNP, Sven Kleinert, Jürgen Boris
