26. Dezember 2025, Friedberg-Dorheim
Wasserversorgung im Projektgebiet "Wingert"
Die Weihnachtstage 2025 sind die kältesten seit 15 Jahren. Dadurch friert das Tränkewasser permanent ein und muss durch heißes Wasser ergänzt werden. Grund genug, einige Versuche durchzuführen:
1. Isoliertes Tränkebecken
Zwei unterschiedlich große Wannen werden ineinander gestellt und der Zwischenraum mit Bauschaum ausgefüllt.
Diese Methode kann das Zufrieren zwar verzögern, aber nicht verhindern.
2. Beheiztes Tränkebecken
Durch die Hofferne der Weideflächen ist kein Stromanschluss möglich, der für eine elektrisch beheizbare Tränke nötig wäre. Abhilfe bietet eine durch Grablichter beheizte Tränke. Durch Steine wird eine Basis geschaffen, in die ein Grablicht gestellt wird. Darauf kommt eine feuerfeste Schüssel. Die Grablichter brennen je nach Ausführung 2 bis 4 Tage, Teelichter nur wenige Stunden.
24. Dezember 2025, Wetzlar und Friedberg
Frohe Weihnachten
Weidewelt wünscht allen Mitgliedern, PartnerInnen und Interessierten
16. Dezember 2025, Hainzell und Friedberg
Neue Seife hergestellt
Rechtzeitig zu Weihnachten ist unsere neue Seife fertig geworden. Sie wurde mit der Wolle unserer Rhönschafe hergestellt und ist in der Duftnote "Mediterran" erhältlich mit Zusatz von Indischer Melisse und Rosmarin. Die Seifen haben eine Größe von 7x7 cm und ein Gewicht von etwa 65 g.
12. Dezember 2025, Lorsch
Untersuchungen über den Einfluss von Rinderbeweidung auf einer Großkoppel erschienen
Im Jahre 2014 wurde, initiiert durch Claus Kropp vom Freilichtlabor Lauresham, eine Zuchtgruppe des so genannten Auerrindprojekts im Umfeld der Wattenheimer Brücke in Lorsch/Kreis Bergstraße/Hessen im Bereich einer Renaturierungsfläche und dazugehöriger Ausgleichsflächen etabliert.
Beide Teilflächen (Weschnitzufer, Ackerbrachen, mesophiles Grünland) und die 2017 hinzugekommen Erweiterungsflächen (überwiegend Kiefernwald auf Binnendüne) haben eine Größe von zusammen etwa 7,7 ha.
Seit 2015 werden die Entwicklungen auch durch ein Monitoring begleitet, an dem der Weidewelt-Vize Andreas Schmidt maßgeblich beteiligt ist, aber auch der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann mitarbeitet.
Im Rahmen des Monitorings wurden bisher über 1.200 Tierarten nachgewiesen. Bei nahezu allen Artengruppen hat sich die Beweidung positiv ausgewirkt, Arten- und Individuenzahlen sind stetig gestiegen; lediglich bei den Tagfaltern scheint sich durch das Abfressen der Blüten und weniger Altgrasbereiche die Anzahl an Arten reduziert zu haben. Der Anteil der Rote Liste-Arten über alle Gruppen (berücksichtigt wurden die aktuellen Bundes- und hessische Landeslisten) liegt bei über 22%.
Durch extensive, naturnahe Beweidung wurden Mechanismen wieder angestoßen, die für eine enorme Artenvielfalt sorgen: Kot großer Pflanzenfresser stellt Nahrung und Lebensraum für viele Insektenarten dar. Diese wiederum sind Nahrungsgrundlage für verschiedene Vögel. Viehwege oder das Komfortverhalten von Rindern schaffen Offenflächen oder Trittsiegel, welche ebenfalls für Insekten, aber auch Amphibien und Reptilien, hilfreich sein können. Der Verbiss von Gehölzen schließlich verzögert die natürliche Sukzession, und es entstehen oft mosaikartige, sehr diverse Landschaften mit offenen Waldtypen.
Die Ergebnisse des zehnjährigen Monitorings sind nun in einer umfangreichen Publikation erschienen.
02. Dezember 2025, Weilburg
7. Treffen der Arbeitsgruppe „Wolf in Hessen“
Vertreterinnen und Vertreter aus Weidetierhaltung, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Wissenschaft und Tierschutz, darunter auch der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann, diskutierten im Forstlichen Bildungszentrum Weilburg über aktuelle Entwicklungen im Umgang mit dem Wolf in Hessen.
Die Arbeitsgruppe „Wolf in Hessen“ (AG Wolf) tagte bereits zum siebten Mal. Ziel des Treffens war der fachliche Austausch über aktuelle Entwicklungen zum Thema Wolf auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Wie bereits im Sommer war auch dieses Treffen von einem sachlichen und konstruktiven Dialog geprägt, der unterschiedliche Standpunkte produktiv zusammenführte. Im Mittelpunkt stand das Thema „Vertrauen in das hessische Wolfsmonitoring“.
Um dieses Vertrauen zu stärken, wurden im Vorfeld Themenvorschläge und Fragen aus der Arbeitsgruppe gesammelt. Diese bildeten die Grundlage für die Vorträge und Diskussionen und trugen dazu bei, zentrale Anliegen der Mitglieder transparent aufzugreifen und gemeinsam zu bearbeiten.
Die offene Herangehensweise machte deutlich, dass die AG Wolf ein wichtiges Forum ist, um Transparenz im Wolfsmanagement zu fördern und das Vertrauen in das amtliche Monitoring zu festigen. In anschließenden Gruppenarbeiten entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Vorschläge, wie Nachvollziehbarkeit, Informationsfluss und Glaubwürdigkeit weiter verbessert werden können.
Ein weiterer wichtiger Punkt des Tages war die geplante Überarbeitung der Richtlinie Weidetierschutz, in welche die AG Wolf künftig aktiv eingebunden wird. Bereits in der letzten Sitzung hatte die Arbeitsgruppe eine Empfehlung zur Anpassung der Richtlinie erarbeitet und Landwirtschaftsstaatssekretär Daniel Köfer übergeben. In seiner Rückmeldung bestätigte Staatssekretär Köfer der AG Wolf, dass die Überarbeitung auf Grundlage der Empfehlung erfolgen wird. Zudem sicherte er zu, dass die Unterarbeitsgruppe Herdenschutz der AG Wolf in den Prozess eingebunden wird, um die Fördermöglichkeiten für Weidetierhalterinnen und -halter praxisnah, wirksam und unbürokratisch zu gestalten. Der wiederholte Hinweis eines AG-Mitglieds, dass die Überarbeitung der Richtlinie Weidetierschutz dringend und zeitnah erforderlich ist, traf im gemeinsamen Plenum auf große Zustimmung.
Beschlossen wurden auch fünf Punkte im Hinblick auf die Novelle des Bundesjagdgesetzes/ Bundesnaturschutzgesetzes zur Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht. Der Beschluss ist auf der Homepage des Wolfszentrum Hessens unter https://wolfszentrum.hessen.de/aktuelles-aus-der-ag-wolf-in-hessenÖffnet sich in einem neuen Fenster einsehbar.
Zum Abschluss betonten die Teilnehmenden den hohen Wert des regelmäßigen Austauschs zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Praxis. Mit einem gemeinsamen Gespräch endete das siebte Treffen der AG Wolf. Die Ergebnisse und Anregungen sollen in die zukünftige Arbeit des bei HessenForst angesiedelten Wolfszentrums und den beteiligten Institutionen einfließen und zur Weiterentwicklung des hessischen Wolfsmanagements beitragen.
01. Dezember 2025, Friedberg
Der Wingert bei Dorheim ist das artenreichste Streuobstgebiet Deutschlands
Von 1996-2004 (Vögel bereits seit 1988) sowie wieder ab 2020 werden im Weidewelt-Projektgebiet "Wingert bei Dorheim" faunistische und floristische Untersuchungen durchgeführt. Somit ist der Wingert das am längsten und intensivsten untersuchte Streuobstgebiet Deutschlands. Das spiegelt sich auch in der Artenzahl wider, die bei derzeit 2.117 liegt, obwohl die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, noch nicht alle Proben bearbeitet und noch nicht alle Artengruppen erfasst sind.
Die Ergebnisse, die in einem kurzen Zwischenbericht zusammengefasst sind, zeigen, wie wichtig neben der Habitatqualität auch Dauer der Untersuchungen, Vielfalt von Erfassungsmethoden und Auswahl der Organismengruppen sind. Neben Weidewelt waren insbesondere die "Faunistische Landesarbeitsgemeinschaft Hessen" mit ihren verschiedenen Arbeitsgruppen, die "Pilzfreunde Südhessen" aus Sulzbach sowie mehrere hessische Hochschulen und Forschungseinrichtungen am Ergebnis beteiligt.
01. Dezember 2025, Berlin
GAP nach 2027: Verbände-Plattform fordert erhebliche
Nachbesserungen
Der derzeit auf EU-Ebene sowie in der Bundesregierung und den Bundesländern diskutierte Vorschlag der Europäischen Kommission für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027 stößt bei Landwirtschafts-, Naturschutz-, Verbraucherschutz- und Tierschutzverbänden sowie bei Verbänden aus der Entwicklungszusammenarbeit auf heftige Kritik.
Rund 40 Verbände, darunter auch „Weidewelt e. V.- Verein für naturschutzkonforme Landnutzung durch Beweidung“ kritisieren in einer gemeinsamen Stellungnahme unter anderem, dass zukünftig keinerlei Gelder mehr für die Leistungen von Bäuerinnen und Bauern im Umwelt-, Klima- und Tierschutz verbindlich reserviert werden sollen. Landwirtschaftliche Betriebe sollen den Hauptteil der rund 300 Milliarden Euro an EU-Geld aus der GAP stattdessen vor allem wieder verstärkt in Form von pauschalen Flächenprämien erhalten. Damit würden gerade die Landwirtinnen und Landwirte systematisch wirtschaftlich geschwächt, die bereits heute besonders ressourcenschonend wirtschaften – eine weitere Rolle rückwärts in der Agrarpolitik.
Eine zukunftsfeste Agrarpolitik muss bäuerliche Betriebe und den Ökolandbau stärken und Umwelt-, Klima- und Tierschutz für alle Landwirtinnen und Landwirte wirtschaftlich attraktiv machen. Sie muss gerechte Erzeugerpreise sicherstellen und für lebendige ländlichen Räume in attraktiven Kulturlandschaften sorgen.
Um dies zu erreichen, fordern die Verbände die Bundesregierung und die Europaabgeordneten dazu auf, sich im Zuge der nun beginnenden Verhandlungen lautstark für die folgenden Nachbesserungen einzusetzen:
· Die Beibehaltung und schrittweise Ausweitung des Budgets für freiwillige und attraktive Maßnahmen von Bäuerinnen und Bauern im Umwelt-, Klima und Tierschutz angefangen in dem Umfang, wie es mit den Öko-Regelungen der 1. Säule und den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen der 2. Säule bereits heute existiert.
· Die Streichung der vorgesehenen Benachteiligung der Agrarumwelt- und Klimaaktionen gegenüber den pauschalen Flächenprämien im Zuge der nationalen Kofinanzierung.
· Die Sicherstellung von europaweit einheitlichen ökologischen und sozialen Mindestanforderungen für den Erhalt von Fördermitteln.
· Eine europaweit verpflichtende Umsetzung der Förderung kleiner und mittlerer Betriebe.
· Eine Umsetzung der Kappung und Degression zur finanziellen Stärkung der Agrarumwelt- und Klimaaktionen.
· Eine grundlegende Reform der Gemeinsamen Marktordnung zur Stärkung von Landwirtinnen und Landwirten in den Wertschöpfungsketten.
24. November 2025, Leinfelden-Echterdingen
Interview mit Dr. Anita Idel in der Zeitschrift "Natur"
Unter der Überschrift "Anwältin für Grasland und Weidetiere" wurde ein Interview mit unserem engagierten Mitglied Dr. Anita Idel veröffentlicht. Inhalt: Warum die aktuell vorherrschende Form der Rinderhaltung (Stallhaltung mit Kraftfutter) eine Katastrophe für Rinder, biologische Vielfalt und die Welternährung ist".
20. November 2025, Hamburg und Friedberg
Zwei weitere Beiträge zu Vögeln der Streuobstwiese erschienen
2008 erschien mit dem Steinkauz der erste Teil einer Serie über die Vögel der Streuobstwiese im Jahresheft des Pomologenvereins. Nun sind zwei weitere Teile ershienen, die Fliegenschnäpper und Bodenbrüter behandeln.
15. November 2025, Asbach-Sickenberg/Thüringen
Besuch der Milchschäferei Asbach
2015 übernahm die Milchschäferei in Asbach einen leerstehenden Kuhstall für 110 Milchkühe, ausreichend Platz für die ca.. 200 Krainer Steinschafe des Betriebs. An den Stall grenzen ca. 6 ha Weideland, weitere 34 ha befinden sich fußläufig in einem Nachbarort. Der Betrieb wirtschaftet nach Demeter-Kriterien. Ca. 100 Schafe werden gemolken, die Milch wird in der eigenen Käserei weiterverarbeitet.
Die Krainer Steinschafe stammen ursprünglich aus Slowenien. Mit 40 bis 60 kg Körpergewicht sind sie relativ klein. Diese robuste Rasse gibt auch ohne Kraftfutter ca. 1 Liter Milch pro Tag.
11. und 12. Oktober 2025, Neu-Anspach/Taunus
Apfelfest im Hessenpark
Auch bei dieser Veranstaltung im Hessischen Freilichtmuseum Hessenpark setzte Weidewelt den Schwerpunkt auf die Beweidung von Streuobstflächen. Mit Tafeln, Broschüren und Gesprächen wurde auf die sinnvolle Nutzung des Grünlandes aufmerksam gemacht. Der Infostand war mit mehreren Vorstandsmitgliedern wechselnd besetzt.
10. Oktober 2025, Wetzlar
Hessischer Obstwiesentag
Ca. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten den Weg in die Hessische Naturschutzakademie (NAH) gefunden, um sich bei dem vom Hessischen Streuobstwiesenzentrum organisierten Obstwiesentag zu informierten. Pomologen, Streuobstwiesenbesitzer, Behördenvertreter, Baumpfleger und Firmen diskutierten insbesondere über den Zustand der Obstbäume und Vermarktungsmöglichkeiten. Weidewelt setzte einen Gegenpol mit dem Augenmerk auf die Pflege und Nutzung der Vegation im Unterwuchs.
23. September 2025, Drei Gleichen/Thüringen
Praxisnahe Weiterbildung für nachhaltige Landschaftspflege in Thüringen
Die Naturstiftung David hat in Thüringen das Projekt „Weidewonne“ ins Leben gerufen. Im Fokus steht die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie zur Stärkung des Naturschutzes und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Weiterbildungsreihe „Weidewonne-Weidewissen“ im Rahmen des Projektes soll Menschen aus Praxis, Verwaltung und Fachwelt zusammenbringen, um den Austausch und das gegenseitige Verständnis zu fördern sowie einen Mehrwert für sensible Lebensräume zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung vom 23. September standen der Lebensraumtyp Streuobstwiese und die praxisnahe Vermittlung fundierter Grundlagen für dessen Pflege unter Einbeziehung aktueller Herausforderungen und Erfahrungen. Die Praxisfläche lag am Rande von Mühlberg. Den fachlichen Rahmen ergänzte ein Impulsvortrag des Weidewelt-Vorsitzenden Gerd Bauschmann in der Kulturscheune in Mühlberg über Ökologie, Gefährdung und Nutzung von Streuobstflächen. Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte das Interesse von Streuobstbewirtschaftern an einer naturschutzkonformen Grünlandnutzung durch Beweidung.
19. September 2025, Merchweiler/Saarland
Preisverleihung "Weidelandschaft des Jahres"
Zwischen Illingen und Merchweiler im Saarland befindet sich der Hahnwiesweiher, ein Absinkweiher der ehemaligen Steinkohlegrube Göttelborn. Der Zweckverband LIK.Nord (Landschaft der Industriekultur-Nord) hat dort mit Unterstützung von Bund und Land eines von vier Gebieten im Rahmen des gleichnamigen Naturschutzgroßprojektes eingerichtet. Auf rund 150 ha Weideflächen der Habichtsweiden rund um den Weiher grasen Taurusrinder, Karpatenbüffel und Exmoorponies. Das Gebiet wird daher auch "Saarengeti" genannt. Bewirtschaftet werden die Flächen von Familie Rullof vom Habichtshof in Merchweiler.
Als absolut auszeichnungswürdig bezeichnete der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann die Weidelandschaft und ihre „Macher“, denn nicht nur die ökologischen Bedingungen sind ideal, sondern mit der Vermarktung von Produkten der Weidetiere und der Öffentlichkeitsarbeit werden auch sozio-ökonomische Aspekte abgedeckt. Von der Schönheit und Bedeutung der Weidelandschaft überzeugten sich einige ExkursionsteilnehmerInnen beim Gang zu den Flächen.
Den Fachvortrag hielt der Kuratoriumssprecher Edgar Reisinger „Wilde Weiden – Lösung aus der Biodiversitätskrise?“. Anschließend übergab der Weidewelt-Vorsitzende im Beisein der Saarländischen Umwelt- und Agrarministerin Petra Berg sowie weiterer VertreterInnen aus Politik und Verwaltung Urkunden und Trophäe an Christina Rullof und ihre Familie und Ulli Heintz vom LIK Nord. Danach konnte man sich bei einem kleinen Imbiss auch von der Qualität der Produkte vom Taurusrind überzeugen.
Fotos: Saarländisches Umweltministerium, Michele Rossi, Gerd Bauschmann
03. September 2025, Hungen/Hessen
Besprechung zum "Dungkäfer-Projekt" im Bundesprogramm Biologische Vielfalt
2018 wurde von Edgar Reisinger und Partnern die Idee für ein BBV-Verbundprojekt "Wilde Weiden– Extensive Ganzjahresbeweidung mit großen Pflanzenfressern als Schlüsselfaktor für die Förderung der Insektenbiodiversität auf großer Fläche" geboren. Im Jahr 2020 wurde auch die Eingliederung großer Flächen bei Hof Grass in der Horloffaue bei Hungen/Kreis Gießen (nördliche Wetterau) geplant. Gespräche mit Grundstückseigentümern, Kommunen, Verbänden und Behörden (z.B. RP Gießen) wurden geführt. Leider waren die Vereinbarungen, die mit dem ehemaligen Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium getroffen worden waren, durch einen Regierungswechsel wieder zunichte.
Mit dem neuen Staatssekretär und der Fachabteilung des Umweltministeriums musste erneut verhandelt werden. Am 3.9. besuchte eine Delegation des Umweltministeriums (Referatsleiterin Wiebke Büschel, Referent Dr. Matthias Kuprian und Sachbearbeiterin Stefanie Riegler) das Projektgebiet. Grundsätzlich wurde das Projekt begrüßt, es gilt aber noch einige Fragen zum Umgang mit FFH-Lebensraumtypen und -Arten zu lösen. Auch die Co-Finanzierung durch das Land scheint durch die angespannte Haushaltslage noch ein Problem zu sein. An der Besprechung nahmen weiter teil: Edgar Reisinger, Frank Bernshausen und Gerd Bauschmann sowie zwei VertreterInnen des größten Grundbesitzers, der OVAG.
Ab 02. September 2025, Friedberg-Ockstadt
Weidewelt-Projektgebiet Kirschenberg Ockstadt: "Elendes Sau-Pack!"
Und in diesem Fall sind tatsächlich die vierbeinigen Vertreter der Spezies Sus scrofa, also des gemeinen Wildschweins, gemeint.
Die Weidewelt-Weiden im Streuobst-Hotspot-Gebiet „Kirschenberg Ockstadt“ liegen zum Teil in unmittelbarer Waldrandnähe und werden auch regelmäßig von Rehen und Wildschweinen aufgesucht. Bisher pflegten unsere Weidewelt-Schafe und das lokale Wildbret ein ausgesprochen harmonisches Zusammenleben. Zu Beginn unserer Beweidungsaktivitäten in Ockstadt hatten wir gelegentlich Probleme mit Rehwild - insbesondere Jungböcken - das die Weidenetze nicht rechtzeitig wahrgenommen hatte und sich in diesen verfing. Um zu verhindern, dass sich das Wild und unsere Schafe durch derartige Unfälle verletzen, haben wir die Weidenetze mit blauem Wildschutz-Signalband versehen, das in die Weidenetze eingezogen wird und von Wildtieren besonders gut wahrgenommen werden kann. Diese Maßnahme hat sich als effektiv erwiesen, so dass es seitdem nur noch ganz selten zu Zwischenfällen kommt. Auch diese wären in der Regel vermeidbar und beschränken sich auf Situationen in denen nicht angeleinte Hunde Rehe aufschrecken, die dann panisch über die Streuobstflächen jagen und im Rahmen der Fluchtreaktion auch das Signalband nicht mehr wahrnehmen.
Auch die örtlichen Wildsäue hatten sich bis Anfang September dieses Jahres in die friedliche Koexistenz eingefügt. Unsere Anwesenheit im Gebiet wurde von diesen vermutlich nie wirklich akzeptiert, aber zumindest toleriert. Dies änderte sich schlagartig am 2. September als eine Horde Wildschweine in den frühen Morgenstunden über eine unserer Weiden walzte und die Weidenetze auf einer Länge von 60-70 Meter zerlegte. Entsprechende Vorfälle ereigneten sich bis Anfang Dezember fast täglich. Wir sahen uns gezwungen aufzurüsten, und haben die Weidenetze zusätzlich mit blau blinkenden, solarbetriebenen Wildabwehr-LED-Systemen (blaue Blinklichter) bestückt, die auch Wildschweine fernhalten sollen. Nun gut, die Schafe wurden durch die Blinklichter nicht beunruhigt, die Wildschweine zeigten sich allerdings auch nicht beeindruckt. Insgesamt wurden in diesem Herbst acht Weidenetze durch Wildschwein-Attacken beschädigt, von denen drei komplett gegen neue Weidenetze ausgetauscht werden mussten, fünf Netze konnten geflickt werden. Das allmorgendliche Aufstellen der Weidenetze war nervig, allerdings haben unsere vorbildlich erzogenen und absolut professionell agierende Fuchsschafe nur ein einziges Mal ihre heimatliche Weidefläche verlassen und konnten auf einem Nachbargrundstück problemlos wieder eingesammelt werden.
Neben den Schäden an der Ausrüstung haben die Wildschweine auch einen nicht unerheblichen Flurschaden angerichtet. Zum Teil wurden Flächen in der Größenordnung mehrerer Are vollständig umgewühlt. Nach dem Wildschweinbesuch sah manch eine Streuobstwiese und Streuobstweide eher wie ein Streuobstacker aus.
Ein von Wildschweinen aufgeschlitztes Weidenetz. Das Netz war an mehreren Stellen in ähnlicher Weise beschädigt und musste durch ein neues Weidenetz ersetzt werden.
Blau blinkendes „Wildschreck“-System im Einsatz
Wenige Tage nach beendeter Beweidung wurde die Weidefläche von Wildschweinen heimgesucht und umgebrochen.
Kein Respekt! Die Wildschweine haben sich bis an unsere Weide herangewühlt.
Insgesamt hatten wir in diesem Jahr Glück, dass die Zwischenfälle mit Schwarzwild glimpflich verlaufen sind. Die Wildschweine haben teilweise die Weidenetze umgeworfen und dann auf der Weidefläche gewühlt. Für Wildschweine besonders attraktiv haben sich kurz gemulchte oder frisch abgeweidete Flächen erwiesen. Auf den Bildern sind die in die Weidenetze eingezogenen blauen Signalbänder gut zu erkennen, die im Normalfall zumindest Zwischenfälle mit Rehwild verlässlich verhindern können.
27. und 28. August 2025, Göttingen/Niedersachsen
Tagung "Perspektiven für historische Hutewälder und Weidelandschaften im Wald"
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Hutewalds Solling und mit Blick auf vergleichbare Weidewälder widmete sich die Tagung den aktuellen Perspektiven historischer Hutewälder und Weidelandschaften im Wald. Themenschwerpunkte waren die Bedeutung dieser Lebensräume für die Biodiversität, die Ergebnisse von Langzeit-Monitoring sowie Perspektiven der Umsetzung von Beweidung im Wald. Auch Weidewelt war beteiligt mit einem Vortrag "Umsetzungsperspektiven für Waldweideprojekte aus Sicht des Vereins Weidewelt".
Die Aufnahmen der Vorträge über Webex stehen nun unter https://www.nw-fva.de/DiVA/filecloud/share/349d4a6331b927737f91f915a9db395a/ zur Verfügung.
29. Juni 2025, Friedberg-Dorheim
Ausstellung über Viehweiden und Hirtenwesen in Dorheim
Vom 27. bis 29. Juni fand in Friedberg-Dorheim eine große Jubiläumsveranstaltung zum 1250jährigen Ortsjubiläum statt. Am 29. zeigte ein sogenannter "Stehender Festzug" Szenen aus der Geschichte des Dorfes. So wurde auch alte Handwerkskunst gezeigt, z. B. Töpfern, Steinmetzarbeiten, Drechseln, Schmieden und Papier bedrucken.
Weidewelt hatte es sich bei der Veranstaltung zur Aufgabe gemacht, anhand historischer Karten und der Vorstellung von Gemarkungsnamen auf die historische Bedeutung der Beweidung und des Hirtenwesens im Dorf hinzuweisen, zumal man vom Hof, in dem die Weidewelt-Präsentation stattfand, direkt auf die drei "Hirtenhäuser" der Dorfhirten blicken konnte. Neben Ausstellungstafeln und der Präsentation von Geräten (z. B. Schäferschippen, Hirtenhorn, Wollschere) wurden auch Rhön- und Fuchsschafe ausgestellt. Um 13 und 15 Uhr zeigte Schafscherer Pauli sein Können. Zudem führte Doro vor, wie Wolle gesponnen wird. Für Kinder waren nicht nur die Schafe eine Attraktion, sondern auch die Landkarte bedrohter Nutztierrassen aus dem Arche-Hof-Projekt und die Filzarbeiten mit Ortrud.
Für Roya, Lars und Gerd war es zwar eine anstrengende, aber erfolgreiche Informationsveranstaltung bei 33 Grad im Schatten. Übrigens hat das Thema "Viehweiden und Hirtenwesen" nicht nur einen lokalen, sondern auch einen internationalen Bezug, wurde doch das nächste Jahr 2026 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums (IYRP) erklärt. Auch daran beteilgt sich der Verein Weidewelt.
13. bis 22. Juni 2025, Bad Vilbel
62. Hessentag
Der Hessentag ist ein zehntägiges Volksfest, das seit 1961 jährlich die Kultur, Traditionen und Menschen des Bundeslands Hessen in den Mittelpunkt stellt.
Teil des Hessentags ist die Sonderschau »Natur auf der Spur«. In Bad Vilbel bot sie auf einem 1,5 Hektar großen Gelände entlang der renaturierten Nidda Platz für Ausstellungen, Präsentationen und über 50 Stände und Hütten. Sie war einer der Besuchermagneten und zugleich Informations- und Lernort. Vereine, Verbände und engagierte Bürger brachten sich mit ihrem Wissen und Ideenreichtum ein. Den Hessentag 2025 besuchten fast eine Million Menschen.
Wegen Personalmangel (mehrere Vorstandsmitglieder waren von ihren Arbeitgebern "dienstverpflichtet" worden) konnte Weidewelt leider keinen eigenen Stand betreuen. Wir hatten aber die Möglichkeit, tageweise am Stand der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) unseren Verein zu repräsentieren (auf dem ersten Bild die GEH-Geschäftsführerin Antje Feldmann und der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann).
Für Kinder wie Erwachsene immer wieder ein Highlight sind die auf den Hessentagen ausgestellten Nutztiere. Gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2025 ist das Gelbvieh, das mit einer Kuh und ihrem Kalb verteten war. Bei den Hühnern wurden die bedrohten Rassen Mechelner, Ostfriesische Möwen und Vorwerkhuhn präsentiert. Die Tauben waren vertreten durch die aus der Nähe stammende Steinheimer Bagdette, die erst kürzlich in die Rote Liste aufgenommen worden war. Auch eine Kaninchengruppe Deutsche Riesenschecken wurden gezeigt. Walachenschafe und Rhönschafe, die während des Hessentags geschoren wurden, rundeten die Tierschau ab.
11. und 14. Juni 2025, Wölfersheim-Wohnbach
Schafschur
Wie in jedem Jahr werden die Weidewelt-Schafe von Pauli Schmolke geschoren und auf die Weidewelt-Projektgebiete "Wingert bei Dorheim" und "Ockstädter Kirschenberg" aufgeteilt.
05. Juni 2025, Neuenhasslau
Eröffnung des Beobachtungsstands und Vorstellung der Wasserbüffel
Der Hässeler Weiher ist ein Naturschutzgebiet im Main-Kinzig-Kreis/Hessen. Seit 2016 wird das Gebiet mit Heckrindern und Konik-Pferden beweidet. Vor zwei Jahren kamen Thüringer Waldziegen zur Beweidung der Sand-Magerrasen hinzu und seit diesem Jahr verstärken zwei Karpatenbüffel das Team bei der Beweidung der Feuchtbereiche. Träger des Multispezies-Projekts ist die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit unserem Weidewelt-Mitglied Andreas Höfler als Hauptverantwortlichem.
Bei der Eröffnung eines Beobachtungsstands für die Bevölkerung wurden auch noch einmal die neuen Wasserbüffel vorgestellt. Nach der Begrüßung durch den HGON-Arbeitskreissprecher Dr. Ralf Sauerbrei sprachen der Hasselrother Bürgermeister Matthias Pfeifer und der HGON-Vorsitzende Dr. Nils Stanik Grüßworte. Darauf folgte ein Kurzvortrag von Gabi Fiedler und Svane Bender von der Deutschen Umwelthilfe, die die Wasserbüffel zur Verfügung gestellt hatten. Der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann wies auf die Bedeutung Wilder Weiden für die Biologische Vielfalt, aber auch auf ökomomische und soziale Aspekte hin. Abschließend stellte Katrin Hess, Leiterin des Amts für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum des Main-Kinzig-Kreises, den Beobachtungsturm vor, der mit Mitteln des Kreises realisiert werden konnte.
04. Juni 2025, Weilburg
6. Sitzung der "AG Wolf in Hessen"
Bis 2024 war das Wolfszentrum Hessen beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) angesiedelt. Seit einigen Monaten ist es nun Teil des Landesbetriebs HessenForst. Die AG Wolf, die das Wolfszentrum fachlich unterstützen soll, trat nun zum ersten Mal nach der Umstrukturierung zusammen und wurde von Staatssekretär Daniel Köfer (Bild Mitte) vom Hessischen Landwirtschaftsministerium (HMLU) begrüßt. Im Bild rechts Frau Traut vom Wolfszentrum, Herr Rüblinger von HMLU und der Moderator, Herr Müller von der Grün. Auch Weidewelt hat einen Sitz in der AG Wolf.
25. Mai 2025, Rosbach
Eselwanderung im Beinhardswald
Im Rahmen der vom 16. bis zum 25. Mai stattfindenden BioFrankfurt Aktions- und Erlebniswoche bot Weidewelt auch in diesem Jahr wieder eine Veranstaltung an. Am 25. Mai fand in Kooperation mit dem Deutschen Zuchtverband für Esel und dem Reit- und Fahrverein Gräfin Grote eine Wanderung mit Eseln statt. Leider hatte es am Vormittag geregnet, so dass einige der Angemeldeten kurzfristig absagten.
Allerdings klarte der Himmel am Nachmittag auf und ermöglichte einen wunderschönen und entspannten Rundgang mit fünf Eseln durch den Beinhardswald und die umliegenden Streuobstwiesen. Dabei gab Annemarie Bank-Lauer vom Zuchtverband immer wieder Einblicke in das Leben der Esel, Haltungsbedingungen, Eignung für die Landschaftspflege usw.
20. Mai 2025, Online
Vortrag "Streuobstgebiete - Artenvielfalt und Beweidung"
Auf Einladung des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) Hessen und des Streuobstwiesenzentrums Hessen hielt der Weidewelt-Vorsitzende einen Online-Vortrag vor über 100 angemeldeten Teilnehmenden.
Der Vortrag ist auf YouTube eingestellt und kann unten abgerufen werden.
07. Mai 2025, Merchweiler
Besprechung auf dem Habichtshof
Zu einer Besprechung künftiger Aktivitäten im Zusammenhang mit der Ausrufung der "Habichtsweiden" als Weidelandschaft des Jahres 2025 kam es auf dem Habichtshof der Familie Rullof. Neben dem Weideweltvorsitzenden nahmen auch die Juniorchefin Christine Rullof und Uli Heintz von der LIK Nord teil.
04. Mai 2025, Friedberg-Dorheim
Vogelstimmenwanderung am Wingert
Auf Einladung des NABU Friedberg leitete Gerd Bauschmann eine Vogelstimmenwanderung ins Weidewelt-Projektgebiet "Wingert bei Dorheim". Von den Streuobst-Charakterarten konnten mehrere Grünspechte und ein Steinkauz gehört sowie einige herrlich gefärbte Gartenrotschwanzmännchen auf ihren Singwarten in alten Kirschbäumen beobachtet werden.
Weitere Themen waren die Pflege des Unterwuchses durch Schafe und die Vegatation des Streuobstgebietes mit den typischen Salbei-Glatthaferwiesen. Hierzu konnte Weidewelt-Mitglied und Botaniker Dr. Stefan Nawrath ausführlich Auskunft geben.
Foto: NABU Friedberg/Harald Bernd
26. April 2025, Echzell
Vortrag "Wilde Weiden in der Lippeaue"
Auf Einladung des HGON-Arbeitskreises Wetterau der HGON berichteten Dr. Margrat Bunzel-Drüke und Joachim Drüke von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest über ihre ca. 30jährige Tätigkeit mit Wiedervernässung und Beweidung in der Lippeaue. Dafür waren sie von Weidewelt mit der Auszeichnung "Weidelandschaft des Jahres 2022/23: Naturentwicklungsgebiet Lippeaue" ausgezeichnet worden.
17. März 2025, Witzenhausen
Artikel über die Habichtsweiden in der Arche Nova erschienen
In Heft 1/2025 der Arche Nova ist ein Artikel über die Habichtsweiden im Saarland, Weidelandschaft des Jahres 2025, erschienen.
03. März 2025, Online
Vortrag "Die deutsche Biodiversitätswende ist machbar und bezahlbar"
Auf Einladung unserer Partnerorganisation "Naturnahe Weidelandschaften e. V." referierte Edgar Reisinger, Vorsitzender des Vereins Taurus Naturentwicklung. Nahezu 200 Teilnehmende folgten online seinen Ausführungen. Edgar Reisinger ist auch Mitglied im Weidewelt-Kuratorium "Weidelandschaft des Jahres".
21. Februar 2025, Hamburg
Zwei weitere Artikel über Vögel der Streuobstwiesen
Im Jahresheft 2024 des Pomologenvereins sind wieder zwei Artikel von Gerd Bauschmann über "Vögel der Streuobstwiese" erschienen. Diesmal behandeln sie "Baumläufer" und "Sperlinge".
06. Februar 2025, Bonn
Habichtsweiden in Natur und Landschaft
In der Aufstellung der Objekte "Natur des Jahres 2025" ist auf S. 115 der Zeitschrift Natur und Landschaft 100/2-3 auch die Weidelandschaft des Jahres gelistet.
28. Januar 2025, Würzburg
Nachdruck von Weidewelt-Fachbeiträgen
Wegen der großen Nachfrage mussten zwei Faltblätter und ein Positionspapier zur Beweidung von Streuobstgebieten nachgedruckt werden.
25. Januar 2025, Ockstadt
Pestizid Aktions-Netzwerk Germany – Veröffentlichung „Giftiger Dunst. Betroffene von Pestizd-Abdrift“
Im letzten Juli hat das Pestizid Aktions-Netzwerk einen Report zu dokumentierten Vorfällen von Pestizd-Abdrift veröffentlicht (https://pan-germany.org/download/report-giftiger-dunst-betroffen-von-pestizid-abdrift/). In diesen sind auch die von Weidewelt e. V. aus dem Projektgebiet bei Ockstadt dokumentierten Abdrift-Ereignisse eingegangen. Obwohl der Kirschenberg in Ockstadt zu den im Rahmen der Hessischen-Streuobststrategie ausgewählten Streuobst-Hotspot-Gebieten des Landes zählt, müssen hier regelmäßig Pestizid-Abdrift-Ereignisse beobachtet werden. Die auf Seite 5 des PAN-Reportes veröffentlichte Karte der bundesweit bei PAN-Germany dokumentierten Abdrift-Ereignisse legt nahe, dass in Hessen insbesondere die mittleren und südlichen Landesteile von Pestizid-Abdrift betroffen sind.
Der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide ist im Hinblick auf den Erhalt der faunistischen und floristischen Artenvielfalt als höchst kritisch zu bewerten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die eingesetzten Pestizide auch mit Nichtzielorganismen in Kontakt kommen, zu denen auch der Mensch gehört. Da einige Pestizide „im Verdacht stehen“ diverse, zum Teil letal verlaufende Erkrankungen wie Krebs, Parkinson und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) auszulösen, sollte deren Einsatz grundsätzlich überdacht werden.
Der auf Seite 9 (oben rechts) abgebildete Abdrift-Vorfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe einer unserer Weidewelt-Weideflächen auf dem Kirschenberg in Ockstadt. Die per Turbine ausgebrachten Pestizide wurden über mehrere Grundstücke verdriftet und erfassten sowohl unsere Rhönschaf-Bockherde als auch zwei Menschen.
Am letzten Tag der diesjährigen Beweidungssaison in Ockstadt wurde uns kurz vor der Abfahrt der Schafe nach Dorheim von einem der beteiligten Obstbauern übrigens empfohlen, die Schafe besser nicht in den Sommermonaten nach Ockstadt zu bringen, da beim Pestizideinsatz eine Abdrift nicht zu verhindern sei.
Dokumentierte Vorfälle von Pestizid-Abdrift können unter folgendem Link beim PAN-Germany gemeldet werden.
https://pan-germany.org/pestizide/pan-germany-meldebogen-fuer-pestizid-abdrift/
20. Januar 2025, Online
Vortrag "Naturnahe Beweidung als Schlüsselfaktor im Vogelschutz"
Auf Einladung unserer Partnerorganisation "Naturnahe Weidelandschaften e. V." referierte der Ornithologe Markus Handschuh über dieses Thema. Etwa 200 Teilnehmende folgten online seinen Ausführungen. Markus Handschuh nannte als Faktoren insbesondere Fraß und Verbiss, Tritt und Suhlen, Dung, die Verbreitung von Pflanzensamen durch Weidetiere und Kadaver in der Landschaft.
11. Januar 2025, Ockstadt und Dorheim
Ende der Weidesaison 2024/25 im Weidewelt-Projektgebiet „Ockstädter Kirschenberg“
Nach Beginn der Weidesaison am 25. Mai 2024 haben unsere Weidewelt-Schafe in Ockstadt 22 Grundstücke und rund 17.000 m²
Streuobstfläche erfolgreich beweidet. Auf den meisten Grundstücken erfolgten zwei Beweidungsdurchgänge, lediglich auf einzelnen schwachwüchsigen Flächen reichte der Bewuchs für nur eine
Beweidung. Nachdem wird die Saison mit 17 Coburger Füchsen begonnen haben, sind letzten Samstag leider nur 15 Schafe zurück nach Dorheim gefahren. Nach Ausbruch der Blauzungenkrankheit im Sommer
2024 haben wir am 28. August zunächst unser erfahrenes Leitschaf Frieda und am 6. September Nanni verloren. Davon abgesehen verlief die Weidesaison glücklicherweise ohne größere Komplikationen.
Wie in jedem Jahr kam es auch heuer wieder zu einzelnen Zwischenfällen mit freilaufenden Hunden, die glücklicherweise aber glimpflich ausgingen.
05. Januar 2025, Friedberg und Hainzell
Naturseife mit Fuchsschafwolle
Mit der Wolle unserer Coburger Fuchsschafe haben wir in der Seifenküche Hainzell Naturseife herstellen lassen, Aroma nach Zedern, Wacholder und Salbei.
01. Januar 2025, Friedberg und Wetzlar
Die Habichtsweiden im Saarland sind Weidelandschaft des Jahres 2025
Zwischen Illingen und Merchweiler im Saarland befindet sich der Hahnwiesweiher, ein Absinkweiher der ehemaligen Steinkohlegrube Göttelborn. Der Zweckverband LIK.Nord (Landschaft der Industriekultur-Nord, www.lik-nord.de) hat dort mit Unterstützung von Bund und Land eines von vier Gebieten im Rahmen des gleichnamigen Naturschutzgroßprojektes eingerichtet. Auf rund 150 ha Weideflächen rund um den Weiher grasen Taurusrinder, Karpatenbüffel und Exmoorponies. Das Gebiet wird daher auch "Saarengeti" genannt.
Bewirtschaftet werden die Flächen von Familie Rullof vom Habichtshof in Merchweiler (www.habichtsweiden.de)
