20. Oktober 2022, Friedberg-Dorheim

Zwei Klassen der Augustinerschule Friedberg zu Besuch bei Weidewelt am Dorheimer Wingert

 

Im Rahmen ihrer Wanderwoche besuchten eine 7. und eine 11. Gymnasialklasse der Augustinerschule Friedberg das Weidewelt-Projektgebiet Wingert bei Dorheim. Dort wurden die etwa 35 Schülerinnen und Schüler sowie ihre beiden Lehrerinnen vom Weidewelt-Vorsitzenden Gerd Bauschmann und vom Geschäftsführer Lars Wichmann begrüßt.

 

Nach einer kurzen Einführung in das Thema „Beweidung von Streuobstwiesen“ wurden die beiden Klassen aufgeteilt. Während sich Lars Wichmann mit der 11. auf den Weg machte und ihnen die Ökologie der Streuobstwiesen und die Bedeutung der Beweidung näherbrachte, ging Gerd Bauschmann mit der 7. das Thema mit Hilfe einzelner Module aus dem Arche-Schule-Projekt spielerischer an. So mussten sich die Kinder mit Hilfe von auf einer Deutschlandkarte ausgelegten Tierfiguren erarbeiten, welche beiden Schafrassen am Wingert weiden. Und bei der Frage, wie viel ein Schaf am Tag frisst, musste die Fläche von den Kindern umrandet werden. Groß war das Erstaunen zu erfahren, wie viel Kot ein Schaf absetzt und wie viele Insekten und sonstige Tiere sich davon ernähren.

 

Zum Abschluss gab es noch köstlichen Apfelsaft des NABU Friedberg vom Dorheimer Wingert.


 

Die besten 11 Schäfer Deutschlands traten drei Tage lang auf dem Kleebachtaler Hof in Hüttenberg-Hörnsheim gegeneinander an. Spannend, wie die Schäfer bei ihrer Arbeit mit den ausgebildeten Hütehunden zu beobachten waren und Aufgaben in perfektem Zusammenspiel mit den Tieren lösten.

 

Verschiedene weitere Aktionen und Infostände rundeten das Programm ab. So erfolgte am Sonntag eine Präsentation der von der AAH (Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde) betreuten Hütehundschläge.

Die Rhön- und Fuchsschafe des Betriebs Reinhard Heintz auf dem Weg zum weiten Gehüt.

Diese beiden Strobelwelpen sind noch zu jung zum Hüten.


8.-9. Oktober 2022, Kronberg/Taunus

Aktionswochenende im Opel-Zoo

 

Nachdem im September 2021 das Aktionswochenende im Palmengarten in Frankfurt ein voller Erfolg war, hat sich in diesem Jahr der Opel-Zoo in Kronberg/Taunus angeboten, die verschiedenen unter dem Dach von BioFrankfurt zusammengefassten Institutionen vor Ort an Ständen vorzustellen und kleinere Aktionen anzubieten.

 

Bei sonnigem Wetter herrschte ein reger Publikumsverkehr mit 2.000 bis 3.000 Besuchern an beiden Tagen (zusammen ca. 5.000). Dies bot die tolle Möglichkeit, Weidewelt zu präsentieren.

 

Neben Weidewelt, dem Opel-Zoo und BioFrankfurt waren als Aussteller anwesend: Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, Pilzfreunde Südhessen, Tropica Verde, MainÄppelHaus Lohrberg, Erlebnisacker Taunus, Palmengarten Frankfurt, MiniWildnis, Zoo Frankfurt, Umweltamt der Stadt Frankfurt, DOSB und HGON.

Der Standort unseres Info-Pavillions war genial: im Rücken die "afrikanische Savanne" mit Giraffen, Zebras und Gnus, gegenüber Ziegen, Alpakas und Trampeltiere.

Eine Attraktion für Kinder waren am Weidewelt-Stand die Aktionen, die aus  dem Paket der Arche-Schulen stammten.

Die Erwachsenen interessierten sich allerdings mehr für die Wildobstarten Speierling, Mispel, Marone und Quitte und die daraus gewonnenen Produkte, z. B. Quittenlikör, "Quittenbrot", Quittengelee und Quittenchutney. Alles konnte probiert werden, auch der mit Pflanzen aus dem Projektgebiet "Wingert bei Dorheim" hergestellte Kräuterlikör "Schäfermeister".


06. Oktober 2022, Tierpark Sababurg

Übergabe der Arche-Schule-Schilder an die beteiligten Betriebe

Das Umweltbildungszentrum SCHUBZ Lüneburg und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) haben im Jahr 2022 Landwirte und Lehrer anhand von neuen pädagogischen Konzepten und Medien fortgebildet. Es wurden innovative Materialien und Ideen für Kinder und Jugendliche entwickelt, sodass die Bedeutung von alten Nutztierrassen für Ernährungsvielfalt spannend erlebbar wird.

Jeweils 10 Höfe in Niedersachsen und Hessen – darunter auch der Weidewelt-Hof in Friedberg-Dorheim - nahmen als „Arche-Schule“ teil. Rund 1.000 Schüler*innen der 5./6. und 9./10. Jahrgangsstufen nahmen teil. Inhaltlich beschäftigten sich die Schüler*innen mit der Bedeutung und dem Risiko von Ernährungssicherung und Ernährungsvielfalt in Bezug auf den Status Quo der modernen Landwirtschaft. Sie entwickelten Zukunftsvisionen und Problemlösungen für die besuchten Höfe und präsentierten ihre eigenen Standpunkte und Ideen beim Abschlussworkshop.

 

Nun wurden bei einem gemeinsamen Treffen im Tierpark Sababurg die Höfe offiziell als „Arche-Schulen“ ausgezeichnet.

Im Tierpark Sababurg werden traditionell heimische Wildtiere gehalten. Neben verschiedenen Hirschartigen auch Wisente und "Wildpferde".

In den letzten Jahren nimmt die Haltung und Zucht bedrohter Haustierrassen immer breiteren Raum ein. Der Tierpark Sababurg ist auch als Arche-Park anerkannt. Hier werden gehalten: Leinegans, Deutsche Pekingente, Beberbecker Pferd, Deutsches Sattelschwein, Leineschaf und Rotes Höhenvieh.


04. Oktober 2022, Friedberg-Dorheim

Exkursions ins Projektgebiet "Wingert bei Dorheim" mit dem Lionsclub Bad Nauheim

 

In früheren Jahren hatte der Lions Club Bad Nauheim Hessischer Löwe bereits mehrfach Kelterfeste durchgeführt. Um diese Tradition wieder aufleben zu lassen, stand am Tag der Deutschen Einheit wieder das Thema Apfel und Streuobstwiese auf dem Programm. Dazu führte der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann die Gruppe fachkundig durch das Weidewelt-Projektgebiet "Wingert bei Dorheim". Die Mitglieder des Lions Clubs waren äußerst interessiert und erfuhren viel über die Bedeutung von Streuobstwiesen, die dort vorkommenden Tiere und Pflanzen und die zur Beweidung eingesetzten Schafe.

 

Der Abschluss erfolgte im Hof Steinmühle von Sigrid und Wolfgang Roth in Schwalheim. Hier gab es neben frisch gepresstem Süßen und Apfelwein auch Kaffe und Obstkuchen sowie Apfelwurst und Kartoffeln vom Grill. Lions-Präsident Uwe Hahmann bedankte sich bei Gerd Bauschmann für die gelungene Führung mit einem eigens hergestellten Lions-Apfelbrand.


01.-02. Oktober 2022, Alsfeld

Bundesschau Schafe

 

Schafzüchter aus ganz Deutschland trafen sich am 1. und 2. Oktober in der Hessenhalle in Alsfeld zu einem Stelldichein der besten Herdbuchzuchtbetriebe auf Bundesebene und zu einem „Fest der Schafhaltung“.

 

Die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), die Dachorganisation der deutschen Schafzuchtverbände als Veranstalter und der Hessische Verband für Schafzucht und -haltung als Ausrichter und Partnerverband vor Ort organisieren das Megaevent federführend.

 

Seit 1997 hat es in Deutschland kein vergleichbar breites Schaufenster der Schafzucht gegeben. Damals fand die letzte Bundesschau Schafe am gleichen Ort in Alsfeld statt. Die danach stattgefundenen Schauen anlässlich der Internationalen Grünen Wochen und der Agra in Leipzig bezogen sich aus Platzmangel auf Rassegruppen wie die Landschaf- bzw. Fleischschafrassen.

 

Ausgestellt und bewertet wurden über 700 Zuchtschafe der meisten der 70 in Deutschland gezüchteten Schafrassen, vom kleinen Bretonischen Zwergschaf, das ausgewachsen ein Widerristmaß von weniger als 50 Zentimeter (knapp Kniehöhe) aufweist, bis zu den Merinolandschafen, bei denen die Böcke fast 200 Kilogramm an Körpergewicht erreichen können. Darunter waren auch viele alte, attraktive aber vom Aussterben bedrohte Rassen, neben den in den Weidewelt-Projektgebieten eingesetzten Fuchs- und Rhönschafen auch die typischen Landschafrassen der deutschen Moor- und Heidegebiete oder die alpinen Rassen.

 

In mehreren Hallen wurden über 700 Zuchtschafe aus annähernd 70 Rassen präsentiert,....

.....darunter auch recht unbekannte, wie Border Leicester, Southdown, Romanov und Juraschaf

Bewertet wurden die Schafe in 4 Ringen

Weiße Gehörnte und Weiße Hornlose Heidschnucken

Skudden in verschiedenen Farbschlägen

Rauwollige Pommersche Landschafe

Verschiedene Bergschafrassen. Von links: Alpines Steinschaf, Kärntner Brillenschaf, Weißes Bergschaf, Geflecktes Bergschaf, Scharzes Bergschaf, Braunes Bergschaf, Juraschaf und Krainer Steinschaf

Gekörter Walachenschaf-Bock

Verschiedene Stände mit Schafwollprodukten und Schafszubehör


29. September 2022, Glauburg-Glauberg

Spaziergang durch beweidete Streuobstwiesen am Glauberg

 

Der 29. September, der St. Michaelis-Tag, ist der von der SAVE Foundation (Sicherung der landwirtschaftlichen Arten-Vielfalt in Europa) ausgerufene "Europäische Tag der Agrobiodiversität". Die Bemühungen der 1993 gegründeten Stiftung gelten insbesondere der Lebenderhaltung vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen und Kulturpflanzensorten.

 

Obstsorten und Tierrassen sind Teil der Agrobiodiversität. Daher führte die von Stefanie Friederich vom Landschaftspflegeverband „Naturschutzfonds Wetterau“ und vom Weidewelt-Vorsitzenden Gerd Bauschmann geführte Wanderung zu Streuobstwiesen und Weideflächen im Umfeld des Keltenmuseums auf dem Glauberg. Da fast alle der ca. 20 Teilnehmer Besitzer von Streuobstwiesen waren und sich im Metier auskannten, wurde die Veranstaltung ein regelrechter Workshop.

 

Die Exkursion wurde organisiert vom Naturschutzfonds Wetterau und der Volkshochschule Wetterau.


12.-26. September, Kreta

Weidesysteme und Beweidung

 

Kreta besitzt kaum Bodenschätze. Ebenso wenig findet man verarbeitende Industriezweige auf der Insel. Durch die begrenzten Möglichkeiten der Beschäftigung in der Industrie lebt aber immer noch ein großer Teil der Bevölkerung zumindest teilweise von der Landwirtschaft - mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Kreter.

 

Die Formen der Landnutzung auf Kreta resultieren natürlich vorwiegend aus den Faktoren Geologie, Relief und Klima. Die zahlreichen und relief-zerfurchten Gebirge der Insel „zerstückeln“ quasi die Agrarlandschaft. Nur etwa ein Drittel der Insel sind acker- oder gartenbaulich nutzbar. 50% davon ist Baumland, wobei 81% dieser Fläche von Ölbaumkulturen eingenommen wird. Zitrusfrüchte besitzen einen Anteil von 12% und die restlichen 7% verteilen sich auf diverse Kulturen wie Esskastanie, Walnuss, Mandel, Pfirsich, Apfel und Johannisbrotbaum. Die durchschnittliche Betriebsgröße in Westkreta liegt durch die Realerbteilung bei etwa 2,5 ha. Die Parzellen liegen oft sehr verstreut. Diese Gegebenheiten erschweren eine effektivere Nutzung enorm.

 

Fast die Hälfte Kretas kann als Weideland genutzt werden. Schon seit vorgeschichtlicher Zeit sind Schafe und Ziegen die verbreitetsten Weidetiere. Auch die als „Kretische Wildziege“ bekannte Kri-Kri ist eine in einem frühen Domestikationsstadium wieder verwilderte Hausziege. Schafe und Ziegen sind aufgrund ihrer relativen Bedürfnislosigkeit das ideale Weidevieh für die kargen Weidegründe Kretas. Sie liefern heute noch den Bewohnern Fleisch, Milch, Käse, Wolle sowie Felle und Haut.

 

Heute stehen rund 300.000 Ziegen und 2 Millionen Schafen ca. 80.000 Schweine und weniger als 20.000 Rinder gegenüber.

Obwohl Rinder (Stiere) in der minoischen Kultur Kretas eine überragende Bedeutung spielen, sieht man heute nur noch vereinzelt Kühe auf der Weide.

In gebirgigen Regionen Kretas, z. B. in den Weißen Bergen, im Ida-Gebirge oder im Dikti-Gebirge, trifft man immer wieder auf weidende Ziegen.

Auch Schafe weiden in den Bergen, allerdings nicht in den steilsten Lagen.

Esel werden fast nur noch zu touristischen Zwecken eingesetzt.

Im direkten Umfeld von Siedlungen werden Nutztiere unter fragwürdigen, in unseren Augen nicht tierschutzgerechten Bedingungen gehalten.

Neben Hühnern und Puten gehören Moschusenten und Gänse zum Hausgeflügel.

Ein Herdenschutzhund der Rasse Hellenikos Pimenikos.


29. August 2022, Friedberg

Brief an Ministerin Hinz zur Unterstützung der Initiative "ORTSÜBLICHE EMISSIONEN DES LANDLEBENS ALS KULTURELLES ERBE SCHÜTZEN"

 

"Sehr geehrte Frau Ministerin Hinz,

 

auf dem 100. Hessischen Schäferfest in Hungen haben Sie den Betrieb von Oliver Stey mit dem Staatsehrenpreis für Schafzucht ausgezeichnet. In der Begründung haben Sie genannt: „Schafhalterinnen und Schafhalter leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und Landschaftspflege in Hessen. Schafhaltung ist außerdem praktiziertes Tierwohl.“

 

Doch Tierhalter haben es derzeit nicht leicht. Neben globalen Problemen gibt es auch lokale: Leider gibt es immer mehr Menschen, denen die traditionellen Geräusche und Gerüche auf dem Land fremd geworden sind und die sich am Blöken der Schafe, am Krähen von Hähnen oder am Glockengeläut stören. Und so müssen sich unsere Amtsgerichte, Landesgerichte und sogar Oberlandesgerichte mit Dingen befassen, für welche sie eigentlich gar keine Zeit haben dürften.

 

So auch im noch landwirtschaftlich geprägten Ortskern von Hofheim-Marxheim (Mischgebiet), wo der Hahn Flecko 3 Jahre das Amtsgericht beschäftigte, da Nachbarn sich vom Krähen am Tag gestört fühlen (der Stall bleibt bis 9.00 Uhr geschlossen). Die Klage wurde im Juni, einen Tag vor dem Gutachtertermin, zurückgezogen, da der Kläger mittels einer dB-App feststellte, dass die Werte nicht ausreichen und er verlieren würde. Oder auch in Bayern, wo die Gerichte sich mit dem Streit wegen „Lärms“, verursacht durch Kuhglocken, beschäftigen mussten.

 

Weitere Klageverfahren laufen derzeit in Diersburg, Butzbach, Offenburg, Sandhausen etc., von den vielen Beschwerden, die erst gar nicht an die Öffentlichkeit kommen, ganz zu schweigen.

 

Dabei sind die private Nutztierhaltung und die kleinen regionalen landwirtschaftlichen Betriebe innerhalb der Ortschaften so wichtig für die Zukunft - weg von der Massentierhaltung - und den Erhalt unseres kulturellen Erbes. Der Denkmalschutz schützt die alten Gebäudeteile der Hofreiten, doch was ist mit der ursprünglichen, ortsüblichen Nutzung? Wer schützt diese?

 

Frankreich und der Hahn Maurice haben es uns vorgemacht! Die Französische Nationalversammlung hat zum 30.01.2020 das „sinnliche Erbe der Landschaft“, und damit die typischen Geräusche und Gerüche der ländlichen Gebiete in einem Gesetzentwurf unter Schutz gestellt. Dieser Entwurf wurde am 21.01.2021 im Senat einstimmig beschlossen und als Gesetz zum Schutz des sinnlichen Erbes der Landschaft als Kulturgut festgesetzt. „Landlärm“ ist somit kein Lärm, sondern Kulturgut, welches zu schützen und zu erhalten ist!

 

Auch in Deutschland sollte es, neben der vagen Formulierung der Ortsüblichkeit, ein Gesetz zum Schutz unseres „kulturellen Erbes“ oder auch „sinnlichen Erbes der Landschaft“ geben! Ansonsten werden unsere Gerichte weiterhin mit diesbezüglichen Klagen verlangsamt und die schleichende Umwandlung von Dorfgebieten zu Schlafstädten nimmt ihren Lauf!

 

Ein Gesetz, das diese Nutztierhaltung sowie alle anderen ortsüblichen Emissionen unter „kulturellen Schutz“ stellen würde, würde den Gerichten viel Zeit sparen. Zudem würde die Existenz von innerörtlichen, landwirtschaftlichen Kleinbetrieben gesichert werden und die private Nutztierhaltung gefördert werden, die vielerorts zum Glück noch die Ortskerne prägen. Doch wie lange noch?! Nur mit klaren rechtlichen Vorgaben können der dörfliche Charakter und Charme alter Ortskerne sowie ländlicher Gebiete erhalten bleiben!

 

Der bayerische Landtag hat unsere Petition "ORTSÜBLICHE EMISSIONEN DES LANDLEBENS ALS KULTURELLES ERBE SCHÜTZEN" aufgegriffen und will Ende September 2022 die Bunderatsinitiative "KULTURGUT „SINNESERBE“ SCHÜTZEN – Ortsübliche Geräusche und Gerüche des Landlebens bewahren" (Drucksache 345/22) auf die Tagesordnung im Bundesrat bringen.

Dabei soll es, wie in Frankreich, den einzelnen Regionen obliegen, welche konkreten Geräusche und Gerüche geschützt werden sollen, um den jeweiligen Besonderheiten vor Ort Rechnung zu tragen. Dem französischen Vorbild folgend sollen die Landesregierungen ermächtigt werden, durch Rechtsverordnungen bestimmte Geräusche und Gerüche festzulegen, die in bestimmten Regionen für die traditionelle Lebens- und Wirtschaftsweise typisch sind und dort nicht als erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen gelten.

 

Sehr geehrte Ministerin Hinz, helfen Sie mit, den Einklang von Tradition und Fortschritt zu wahren sowie einer gesellschaftlichen Spaltung im ländlichen Raum vorzubeugen und somit die Zukunftsfähigkeit unserer Heimat zu erhalten. Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns vorab."


26. - 29. August 2022, Hungen

100. Hessisches Schäferfest

 

Die Hessischen Schäfer gründeten am 8. Februar 1922 anlässlich des ersten Oberhessischen Schäfertags in Hungen den ersten Schäferverband in Hessen. Seit diesem Tag ist Hungen im Zweijahresturnus Mittelpunkt der hessischen Schafzucht. Das Hessische Schäferfest findet heute jeweils am letzten Wochenende im August statt und hat sich zu einer allseits beliebten Tradition entwickelt.

 

Am Samstag, den 27. fanden Landesleistungshüten, Schäfermarkt,  Schauhüten und Schäferabend mit Ehrungen statt. Am Sonntag standen Schäfergottesdienst, Hessischer Schäferlauf und Festzug auf dem Programm.

 

Auf dem Schäfermarkt wurden eine Reihe von seltenen Schafrassen präsentiert. Neben Rhön- und Fuchsschafen gab es auch Weiße und Gefleckte Bergschafe, Quessantschafe, Walliser Schwarznasen und Walachenschafe zu bestaunen.

 

Auch Spinnvorführungen, Schafscheren und Wollfilzen für Kinder standen auf dem Programm des Schäferfests.

Beim Landesleistungshüten stellten die Schäfer ihre Fähigkeiten und die ihrer Hunde unter Beweis. Dabei mussten weites Gehüt, enges Gehüt, Treiben über eine Brücke, Arbeiten an einer Straße und Einpferchen vorgeführt werden.

Für sein besonderes Engagement und die Erfolge in der hessischen Schafzucht hat Landwirtschaftsministerin Priska Hinz den Betrieb von Oliver Stey aus Kirchhain-Stausebach auf dem 100. Hessischen Schäferfest mit dem Staatsehrenpreis für Schafzucht auszeichnen. „Schafhalterinnen und Schafhalter leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und Landschaftspflege in Hessen. Schafhaltung ist außerdem praktiziertes Tierwohl.“

Bei dieser Gelegenheit konnte der Weidewelt-Vorsitzende Gerd Bauschmann die Ministerin auf die Initiative "ORTSÜBLICHE EMISSIONEN DES LANDLEBENS ALS KULTURELLES ERBE SCHÜTZEN" ansprechen, die der bayerische Landtag Ende September 2022 als Bunderatsinitiative "KULTURGUT „SINNESERBE“ SCHÜTZEN – Ortsübliche Geräusche und Gerüche des Landlebens bewahren" (Drucksache 345/22) auf die Tagesordnung im Bundesrat bringen will. Die Ministerin wurde gebeten, sich für die Initiative einzusetzen.


07. August 2022, Lich-Bettenhausen

Feldexkursion "Blüh-Ansaatflächen - ein Beitrag zu mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft?"

 

Die Ansaat von Blühflächen in der offenen Feldflur wird angesichts des Verlustes an Artenvielfalt immer mehr propagiert. Meist sind es Pflanzen von Brachen und Wiesen, die zusammen einen bunten Blütenflor für Insekten & Co. bieten. Hierbei kommt es vor allem auf die Artenauswahl und die praktische Handhabung an, sollen diese Flächen tatsächlich der Förderung der Biodiversität dienen.

 

Eine Untersuchung über die ökologische Wirksamkeit eines solchen Projektes hat der NABU Horlofftal 2021 in Zusammenarbeit mit Fachwissenschaftlern der FLAGH (Faunistische Landes-Arbeitsgemeinschaft Hessen) und mit Unterstützung des Landkreises Gießen auf den Weg gebracht.

 

Zur Vorstellung der ersten Arbeitsergebnisse waren Landwirte, Jäger, Imker und andere Naturfreunde ans Dorfgemeinschaftshaus Lich-Bettenhausen eingeladen. Von dort aus wurden die im Rahmen der Beratung zum  "Artenhilfskonzept  Rebhuhn" der Staatlichen Vogelschutzwarte ausgewählten und im Rahmen eines 5-jährigen HALM-Vertrages vom Land Hessen geförderten Flächen eines Bettenhausener Landwirtes aufgesucht und die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse verständlich und praxisnah vorgestellt.

 

Die Biologen Andreas Schmidt (Käfer), Dr. Ulrich Frommer (Stechimmen), Ernst Brockmann (Schmetterlinge) und Gerd Bauschmann (Ameisen) konnten über ihre Untersuchungsergebnisse berichten. Dabei stellte sich heraus, dass die Blühflächen weniger der Fortpflanzung der Insekten dienten, sondern eher als „Raststätte“ (Pollen- und Nektarquelle) und als Rückzugsraum, wenn die umliegenden Felder abgeerntet sind. Ansonsten spielen Umgebung (an Grünland angrenzende Blühflächen sind artenreicher als an Acker angrenzende) und Alter (mehrjährige Blühflächen sind wertvoller als einjährige) eine entscheidende Rolle. Die Wissenschaftler waren sich einig, dass zur Förderung der Agrobiodiversität unbedingt auch dauerhafte Strukturen, wie unbefestigte Feldwege mit breiten, ungenutzten Rainen und Streuobstbestände in Ackerlandschaften eingestreut sein müssen.


06. August 2022, Forst bei Bruchsal

32. Esel- und Mulitreffen der Interessengemeinschaft für Esel- und Mulifreunde (IGM)

 

Auf Einladung der Vorsitzenden des Deutschen Zuchtverbands für Esel e. V. (DZE), Annemarie Bank-Lauer, besuchten Simone und Gerd Bauschmann das 32. Esel- und Mulitreffen der Interessengemeinschaft für Esel- und Mulifreunde (IGM) in Forst bei Bruchsal.

 

Kerngedanke der Treffen ist neben dem persönlichen Austausch der Esel- und Mulihalter die Möglichkeit, die Tiere von besonders ausgebildeten Richtern professionell hinsichtlich Exterieur und Interieur prüfen zu lassen. Diese Prüfungen dienen einerseits dazu, die Zuchteignung der Tiere zu bestimmen, aber vor allem auch der Information des Tierhalters, ob etwaige gesundheitliche Beeinträchtigungen die Nutzbarkeit des Tieres begrenzen. Übergeordnetes Ziel ist auf jeden Fall die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere und ihrer Nachkommen.

 

Im Hindernisparcours zeigten die Halter, dass sie ihre Tiere schon mit den Hindernissen und Herausforderungen des Alltags vertraut gemacht haben. So müssen die Tiere in einen Hänger einsteigen, Slalom gehen, sich rückwärts führen lassen, durch einen Autoreifen steigen, zum Hufekratzen stillstehen, durch Flatterbänder und einen engen Tunnel gehen und vieles mehr. Dabei kommt es weniger auf die Zeit an als auf die saubere, gelassene Ausführung aller Übungen.

 

Der Zugwettbewerb soll das Zugleistungsvermögen unserer Tiere, ihren Kooperationswillen und die Fachkunde des Menschen demonstrieren. Auf einer flachen, rund 100 Meter langen Strecke wird ein Schlitten gezogen, der mit tierabhängig angepassten Lasten beladen ist. Die Strecke beinhaltet mehrere Wendungen und es muss dreimal mit Vorankündigung angehalten und wieder angezogen werden.


17. Juli 2022, Griesheim bei Darmstadt

Besuch auf der Griesheimer Düne

 

Das NSG und FFH-Gebiet „Griesheimer Düne und Eichwäldchen“ hat eine Fläche von rund 46 ha und ist Bestandteil des 312 ha großen EU-Vogelschutzgebietes „Griesheimer Sand“. Das Gebiet wird durch pleistozäne Flugsand- und Binnendünen geprägt, die für die Oberrheinebene zwischen Darmstadt, Pfungstadt und Griesheim charakteristisch sind. Die Sandmagerrasen und Sandtrockenrasen im Gebiet entsprechen teils den LRT 2330 „Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus  und Agrostis“, LRT 6120 „Trockene, kalkreiche Sandrasen“ und 6240  Subpannonische Steppen-Trockenrasen“. Sowohl die offenen Sanddünensysteme als auch Teile des lichten Sandkiefernwäldchens werden zeitweise mit Eseln und Schafen beweidet. Bei unserem aktuellen Besuch befanden sich die Esel nicht mehr auf den Flächen.

 

Auf unserem Rundgang konnten wir neben ausgedehnten Beständen der Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe) auch die intensiv gelb blühende Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium; Region SW-Hessen Vorwarnliste) und auch ein kleineres Vorkommen Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis; Region SW-Hessen stark gefährdet) sehen.

 

Zu den im Gebiet und den angrenzenden Bereichen vorkommenden besonderen Vogelarten zählen Heidelerche, Wendehals, Wiedehopf und im nächsten Umfeld wahrscheinlich auch das Rebhuhn. Der Steinschmätzer, jahrelang Brutvogel im Gebiet, ist seit einger Zeit nur noch als Durchzügler zu beobachten.

 

Die im Gebiet durchgeführten Beweidungs- und Pflegemaßnahmen erfolgen durch den Landschaftspflegehof Stürz - https://landschaftspflegehof-stürz.de/


16. Juli 2022, Hungen/Kreis Gießen

Vorträge beim Schäfermahl

 

Anlässlich des 100. Schäferfests in Hungen veranstaltete das Stadtmarketing Hungen im Vorfeld ein Schäfermahl mit kulinarischen Genüssen, umrahmt von Musik und Vorträgen passend zum Thema Schäferei.

 

Auch Gerd Bauschmann, Vorsitzender von Weidewelt, hielt zwischen den Gängen zwei Kurzvorträge. Zwischen Hirtensuppe und Lammbraten wurde über die Vogelwelt auf Schafweiden berichtet: "Was Vögel brauchen und Schafe bieten". Dabei ging er auf den Strukturreichtum der Weiden ein mit Offenboden, kurzgrasigen Flächen, Altgrasbereichen, Hecken und Bäumen. Auch die Produkte, die die Schafe direkt "anbieten", z. B. Wolle, Nachgeburten und insbesondere Kot, wurden ausführlich behandelt.

 

Der zweite Vortrag von Gerd Bauschmann "Transhumanz in Spanien" wurde zwischen Limetten-Eispraline und Johannisbeerlikör gehalten. Dabei ging er insbesondere auf die Bedeutung der Triftwege ein, die eine Länge von 125.000 km haben und eine Flächen von 4.500 km² abdecken, also etwa 1% der spanischen Landfläche einnehmen. Sie stellen somit ein ökologisch besonders wertvolles Biotopverbundsystem dar.


10. Juli 2022, Freilichtmuseum Hessenpark, Neu-Anspach/Taunus

Thementag „Lebendige Vielfalt“

 

Durch die Bewahrung alter Nutztierrassen und Nutzpflanzen leistet der Hessenpark einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der genetischen Vielfalt. Auch die schonende Bewirtschaftung der Felder und Wiesen schafft Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten, die an anderen Orten immer seltener werden. Am Thementag „Lebendige Vielfalt“ wurde mit verschiedenen Partnern die biologische Vielfalt im Hessenpark präsentiert.

 

Mit dabei war auch Weidewelt mit dem Thema "Biologische Vielfalt auf Viehweiden". Andere Aussteller waren die GEH, die sich mit der genetischen Vielfalt von Nutztieren beschäftigt, die Interessengemeinschaft Rotes Höhenvieh, die Interessengemeinschaft für Esel- und Maultierfreunde, der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt, Bioland, Solawi (Solidarische Landwirtschaft) sowie weitere.

 

Bei Vorführungen, Mitmachaktionen und Führungen erfuhren die Besucher, was es zu bewahren gilt. Weidewelt hatte zum Beispiel ein Spiel dabei, bei dem Kinder – aber auch Erwachsene – auf einer Deutschlandkarte die ehemalige Vielfalt an Nutztierrassen zeigen konnten.


26. Juni 2022, Hungen-Obbornhofen

Exkursion "Artenvielfalt und Beweidung auf Streuobstwiesen"

 

Die vom Weidewelt-Vorsitzenden Gerd Bauschmann geleitete Exkursion führte zu Streuobstwiesen im Raum Hungen im Kreis Gießen. Das besuchte Gebiet hat eine Ausdehnung von über einem Kilometer mit einer maximalen Breite von etwa 500m.

Den Teilnehmern (sowohl Ortsbürger als auch Kommunalpolitiker) wurde die Bedeutung der Streuobstwiesen für die Biodiversität, die Erholung und die Ernährung vorgeführt. Auch auf die Beweidung für den Erhalt von Streuobstwiesen wurde hingewiesen.

 

Neben intakten Streuobstwiesen und -weiden fanden sich auch sowohl völlig verbuschte als auch intensiv bewirtschaftete. Auf einer solchen war als "Wiedergutmachung" eine etwa 1m² große "Blühfläche" angelegt worden.


13. Juni 2022, Navadijos/Spanien

Transhumanz mit Avilena-Rindern

 

Unser spanischer Freund Miguel Angel Garcia Santana, Bürgermeister von Navadijos, hat uns aktuelle Bilder der Transhumanz mit seinen schwarzen Avilena-Rindern zugeschickt. Die Tiere haben den Winter auf den Weiden der Extremadura zugebracht und wandern, nachdem diese abgefressen und trocken sind, gerade auf die saftig grünen Sommerweiden in der Sierra de Gredos. Mehrere hundert Rinder befinden sich auf dem Weg, begleitet von berittenen Hirten.


12. Juni 2022, Friedberg-Ockstadt

Wanderung über den Ockstädter Kirschenberg


Weidewelt-Mitglied Erik Radtke führte die Exkursion durch den Ockstädter Kirschenberg. Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes und Interessantes über die Streuobstwiese früher und heute, ihre Bedeutung für die biologische Vielfalt und darüber, wie eine nachhaltige, biologische Bewirtschaftung gelingen kann.

 

Vom Weidewelt-Geschäftsführer Lars Wichmann wurden die Fuchs-Schafe des Weidewelt-Beweidungsprojekts „Ockstädter Kirschenberg“ vorgestellt. Neben den charakteristischen Eigenschaften der Rasse hob er auch den positiven Einfluss der Beweidung auf Flora und Fauna hervor.

 

Zum Abschluss gab es eine Kostprobe von Produkten der Streuobstwiese, begleitet von einigen a capella-Liedern.


10. Juni 2022, Etzenhofen/Saarland

Besuch eines Beweidungsprojekts mit Graurindern

 

Die NABU-Gruppe Köllertal betreibt seit Herbst 2015 ein Beweidungsprojekt mit Ungarischen Steppenrindern (Graurindern) im Bereich Etzenhofen, beidseitig des Köllerbachs. Inzwischen wurde die beweidete Fläche nach Süden hin erweitert und als Ökokontomaßnahme anerkannt.


10. Juni 2022, Püttlingen/Saarland

Besuch eines Beweidungsprojekts mit Wasserbüffeln

 

Im Jahr 2013 startete die Stadt Püttlingen als erstes Beweidungsprojekt das Wasserbüffelprojekt, welches auch als Ökokontomaßnahme fungiert. Die Weideflächen liegen in der Köllertalaue zwischen Trimmtreff und Sportplatz Köllerbach , beidseitig des Wiesenpfades sowie westlich des Bahndammweges (Kehlbachaue). Die Stadt ist Betreiber dieser Beweidungsmaßnahme, die Betreuung der Tiere vor Ort erfolgt durch ehrenamtliche Mitglieder der Artenschutzgemeinschaft Köllertal.


07. Juni 2022, Wohnbach und Dorheim

Schur der Rhönschafe

 

Heute wurden 33 Rhönschafe und die beiden Zuchtböcke Carlos (Fuchs) und Fritz (Rhöner) geschoren.


04. Juni 2022, Wohnbach und Ockstadt

Schafschur bei den Füchsen

 

Die Coburger Fuchsschafe wurden vom Dorheimer Wingert geholt, in Wölfersheim-Wohnbach von "Pauli" Schmolke geschoren und danach auf die frische Sommerweide am Ockstädter Kirschenberg gebracht ("Wetterauer Transhumanz").

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Auf der neuen Weide
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03. Juni 2022, Friedberg-Dorheim

Steinkauzkontrolle im Projektgebiet Wingert

 

Bei Revierkartierungen im Frühjahr wurden 4-5 Steinkauzreviere am Wingert (20 ha) festgestellt. Heute wurden 3 Niströhren kontrolliert, und alle waren besetzt! In einer befanden sich ein Altvogel und 4 Junge, in einer ein Junges und in einer 5 Eier. Der Alt- und die Jungvögel wurden von einem Beringer der Vogelwarte Helgoland beringt. Mit dabei waren Kinder der NAJU-Gruppe Friedberg.


25. Mai 2022, Friedberg-Dorheim

Jahrgangsstufe 9/10 im Arche-Schule-Projekt

 

Heute war eine 9. Klasse der Henry-Benrath-Schule mit ebenfalls ca. 25 Schülerinnen und Schülen auf dem Wingert. Für die 9. und 10. Klassen wurde von SCHUBZ und GEH ein Quiz für die Schule und ein Escape-Game auf dem Hof entwickelt. Für diese Altersstufe wurde außerdem einen Film produziert, der in drei Minuten die wichtigsten Fakten auf den Punkt bringt.

 

Nach gelungener Lösung des Escape-Spiels wurden bei einem Gang über den Wingert die Weidewelt-Schafe und drei Rinder besucht, die ebenfalls am Wingert weiden. Dabei konnten die unterschiedlichen Fraßeigenschaften beider Tierarten direkt verglichen werden.


24. Mai 2022, Friedberg-Dorheim

Weidewelt als Arche-Schule

 

Alte Nutztierrassen sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Neu gezüchtete Rassen sind leistungsstärker und verdrängen die alten aus der Landwirtschaft. Doch deren Erhaltung ist nicht nur wichtig für die Vielfalt im Genpool und die Beweidung der Landschaft, sondern auch für unsere Ernährung.

Um genau das Kindern und Jugendlichen deutlich zu machen und sie für die alten Nutztierrassen zu interessieren, hat das "Schul-Biologie und Umweltzentrum Lüneburg" (SCHUBZ) gemeinsam mit der "Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefähreter Haustierrassen" (GEH) im Jahr 2021 ein neues Pilotprojekt angestoßen, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen finanziell unterstützt wird. Darin werden Lehrkräfte und Landwirte qualifiziert, mit Kindern und Jugendlichen zum Thema alte Nutztiere und Ernährungssicherung arbeiten zu können.

 

Weidewelt mit seinem Projektgebiet "Wingert bei Dorheim" und der dortigen Schafhaltung ist einer von 10 Betrieben in Hessen, die für die Pilotphase ausgewählt wurden. Katrin Dorkewitz von der GEH kam dazu nach Dorheim, um den Weidewelt-Vorsitzenden Gerd Bauschmann bei der Durchfürhrung zu unterstützen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mussten die ca. 25 Schüler der Jahrgangsstufe 5/6 der Henry-Benrath-Schule in Friedberg auf einer Deutschlandkarte die ehemalige Rassevielfalt zeigen, mit einem "Glücksrad" wurden die verschiedenen Betriebsformen von Bauernhöfen ermittelt und mit Wurfbeuteln wurden Vermarktungsquellen und -wege spielerisch dargestellt. Ein Wingert-Rundgang rundete den Aktionstag ab.


 22. Mai 2022, Friedberg-Dorheim

Exkursion zum Weidewelt-Projektgebiet "Wingert bei Dorheim"

 

Der 22. Mai 2022 war der von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag der Biodiversität. Im Rahmen der von BioFrankfurt organisierten Aktionswoche "Biologische Vielfalt erleben!" bot Weidewelt die Exkursion "Obstbäume, Lämmer und Insekten - das Streuobstgebiet Wingert bei Dorheim" an. Der Wingert ist Weidewelt-Projektgebiet, wird seit 1988 beweidet und ist seit 1996 Forschungsobjekt gemeinsam mit der Faunistischen LandesArbeitsGemeinschaft Hessen (FLAGH).

 

Die Exkursion endete mit einem vom NABU Friedberg bereitgestellten Imbiss mit Apfelwein und Apfelsaft vom Dorheimer Wingert und Kräuterbutter-Broten mit frischen Wingert-Kräutern.


15. Mai 2022, Babenhausen, Landkreis Darmstadt-Dieburg

Besuch des Przewalski-Beweidungsprojektes „In den Rödern bei Babenhausen“

 

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „In den Rödern bei Babenhausen“ werden rund 86 ha ökologisch besonders wertvolle Offenlandhabitate und angrenzende Waldflächen seit 2014 mit Przewalski-Pferden beweidet. Das gesamte Gebiet ist sowohl als FFH-Gebiet als auch EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen (SPA/FFH 6019-302 „In den Rödern bei Babenhausen“). Die Liegenschaft ist im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) und wird durch den Bundesforstbetrieb Schwarzenborn gemanagt. Besondere Offenlandbiotope des Gebietes sind großflächige Sandtrockenrasen (LRT 2330 Offene Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis auf Binnendünen), Zwergstrauch-Heiden (LRT 2310 Sandheiden mit Calluna und Genista auf Binnendünen) sowie weitere Magerrasen sonstiger Ausprägung. Im Süden des Gebietes (Bereich „Eichelgarten“) werden rund 16 ha Waldfläche mit in die Beweidung einbezogen, die teils durch mächtige Eichen (LRT 9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur) geprägt sind.

 

Bei unserem Besuch konnten wir fünf Przewalski-Pferde zählen und einige für das Gebiet typische Vogelarten beobachten: Feldlerche (Hessen Vorwarnliste), Heidelerche (als Brutvogel in Hessen vom Aussterben bedroht), Neuntöter (Hessen Vorwarnliste), Gartenrotschwanz (als Brutvogel in Hessen stark gefährdet) und Steinschmätzer (als Brutvogel in Hessen vom Aussterben bedroht). Bei den beiden im Nordwesten des Gebietes beobachteten Steinschmätzer-Paaren wird es sich wahrscheinlich noch um Durchzügler handeln.

 

Das Semireservat „In den Rödern bei Babenhausen“ ist eines von mehreren Przewalski-Beweidungsprojekten in Deutschland, die Bestandteil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Przewalski-Pferde sind. Für weitere Informationen siehe auch Eintrag vom 5. Februar 2022 „Weidewelt-Ausflug in das Nationale Naturerbe bei Aschaffenburg-Schweinheim“.

 


29. April 2022, Friedberg-Bruchenbrücken

Exkursion zum Streuobstgebiet "Görbelheimer Wingert"

 

Im März 2021 wurde der "Streuobstanbau" zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Seit diesem Jahr wird der letzte Freitag im April als „Tag der Streuobstwiese“ gefeiert! Er ist ein europaweiter Mitmach- und Aktionstag rund um den Streuobstanbau. In diesem Jahr fanden Aktionen in sieben Ländern statt.

 

Die Weidewelt-Exkursion, die von den Mitgliedern Camille Hoffmann, Dr. Stefan Nawrath und Gerd Bauschmann geleitet wurde, führte zu den teilweise alten, teilweise neu angelegten Streuobstwiesen des Görbelheimer Wingert. Die Exkursion endete mit kleinen Köstlichenkeiten von der Obstwiese (z. B. Grüne Sosse mit Wiesenkräutern, Apfelwein und Apfelsaft) und einem Besuch der Galerie Hoffmann.


26. April 2022, Friedberg

Vortrag "Geschichte des Kulturgraslandes in Friedberg"

 

Unser Mitglied, der Botaniker Dr. Stefan Nawrath, hielt diesen Vortrag für den Friedberger Geschichtsverein. Er ging dabei auf die Entwicklung des Grünlandes, insbesondere unter dem Einfluss der Beweidung durch Megaherbivoren und seit etwa 7000 Jahren durch die Nutztiere des Menschen ein. Kritisch betrachtete er die aktuelle Entwicklung durch Intensivierung, die zu einem fast vollständigen Verlust mageren Grünlandes geführt hat. Auch der Umgang mit Ausgleichsflächen und die Ansaat von Blühmischungen wurde von ihm hinterfragt.

 


17. April 2022, Friedberg und Wetzlar

Frohe Ostern!

 

Die Osterhasen sind in den letzten Tagen besonders aktiv, was auch die Fotos unserer Wildkameras bestätigen.


09. April 2021, Tuttlingen

Vortrag von Frans Vera: Die Bäume sprechen zu uns, aber verstehen wir sie?

 

Der international renommierte niederländische Biologe und Naturschützer Frans Vera hat durch seine grundlegenden Arbeiten über den Einfluss großer Pflanzenfresser bei der Entstehung der mitteleuropäischen Waldvegetation sowie durch das von ihm maßgeblich mitgestaltete Großschutzgebiets-Experiment „Oostvaardersplassen“ einen herausragenden Beitrag zu modernen Naturschutzstrategien geleistet.   

 

Dieser großartige Online-Vortrag, an dem auch mehrere Weidewelt-Mitglieder teilnahmen, wurde von unserem Partnerverein „Naturnahe Weidelandschaften e.V.“ organisiert. Dafür vielen Dank!


April 2022, Friedberg-Dorheim

Lammzeit am Wingert bei Dorheim

 

Am 4. April hat die Lammzeit begonnen. Insgesamt 11 Rhönschafe und 11 Fuchsschafe wurden von den Böcken gedeckt und können noch bis Mitte Mai ablammen. Roya Bornhütter und Lars Wichmann haben wunderbare Fotos von den Schafen geschossen.

Auch einige "Zaungäste" kamen vor die Linse: Gartenrotschwanz, Blaumeise, Schafstelze und Turmfalke.


5. April 2022, Online

„Schau, was kommt von draußen rein…“ – Einen nachhaltigen Einsatz von Pestiziden gibt es nicht!

 

Am 5. April 2022 hat das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft das EU-Webinar „Schau, was kommt von draußen rein…“ veranstaltet. An dem Webinar haben mehr als 200 Zuschauer teilgenommen, darunter auch Weidewelt e. V. 

 

Die Vorträge haben wieder einmal gezeigt, dass ein nachhaltiger und unbedenklicher Einsatz von Pestiziden eine Mär ist. Aktuelle Studien belegen, dass Pestizide in Deutschland nahezu ubiquitär in der Luft vorhanden sind und weit über den eigentlichen Ort des Einsatzes hinaus verdriftet werden. Deutschlandweit wurden an 163 Messstellen 138 Pestizide nachgewiesen, von denen zum Zeitpunkt der Messreihe 30 % in Deutschland nicht mehr zugelassen waren. An einer Messstelle konnten bis zu 34 verschiedene Pestizide festgestellt werden. Glyphosat, obwohl als nicht flüchtig eingestuft, wurde in allen technischen Sammlern gefunden.

 

Über den Luftweg gelangen Pestizide auch auf Bio-Äcker, in Naturschutzgebiete und in die menschliche Lunge. Welche Wirkung das Einatmen von Pestiziden, dies gilt insbesondere für die Aufnahme eines Gift-Cocktails aus mehreren Pestiziden, auf den menschlichen Organismus hat, ist dabei noch weitestgehend unerforscht.

 

Die interessanten und aufschlussreichen Beiträge des Webinars könnt Ihr Euch unter folgendem Link auf der Internetseite des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft ansehen.

https://www.enkeltauglich.bio/eine-nachhaltige-verwendung-von-pestiziden-gibt-es-nicht/

 

Übrigens: Die Tatsache, dass der Einsatz eines Pestizids durch die Zulassungsbehörde freigegeben wurde, ist dabei noch lange kein Garant für dessen „Unbedenklichkeit“. Das lange Zeit als unbedenklich eingestufte Insektizid Chlorpyrifos erwies sich in unabhängigen Studien als keineswegs unbedenklich. Schon in geringen Dosen schädigt Chlorpyrifos die Gehirnentwicklung von Kindern im Mutterleib und führt zu einer dauerhaft eingeschränkten geistigen Leistungsfähigkeit der Kinder. Seit Februar 2020 ist Chlorpyrifos in der EU verboten – bis dahin wurde es auch in Deutschland, u.a. im Obstbau, eingesetzt.


04. April 2022, Madrid

Video "Weidehaltung und Klimawandel"

 

Jesus Garzon von unserer spanischen Partnerorganisation "Trashumancia y naturaleza" hat uns einen link zu einem Video geschickt, das seine Kollegen Pablo Manzano und Agustin del Prado über die extensiven Weidehaltung und ihre Bedeutung für die Anpassung an den Klimawandel verfasst haben.


19. März 2022, Friedberg-Dorheim

Wiederansiedlung von Trollblumen

 

Die Wiesen am Hechtgraben bei Dorheim gehören pflanzensoziologisch zu den Glatthafer- und Pfeifengraswiesen. Eine Charakterart war die Trollblume, die früher in großen Beständen dort wuchs. Tradionell wurden die Wiesen im Wechsel gemäht und beweidet. Als die Trollblume stark abnahm, wurden 2008 Grabentaschen angelegt, die auch mit Rotem Höhenvieh beweidet wurden. Doch die Trollblume ging weiter zurück und verschwand schließlich aus dem Gebiet. Zur Anhebung des Wasserstands wurde ein Wehr in den Hechtgraben eingebaut. Nun ist der Boden wieder feucht genug für die Wiederansiedlung der Trollblume.

 

Als es nur noch wenige Pflanzen am Hechtgraben gab, sammelte Willy Schauer vom NABU Friedberg Samen und vermehrte die Art in seinem Garten. Nach seinem Tod betreute Anna Wirsching die Blumen weiter und konnte nun eine stattliche Anzahl Pflanzen zur Ausbürgerung im Naturschutzgebiet zur Verfügung stellen. Diese wurden am Samstag vom Weidewelt-Vorsitzenden Gerd Bauschmann und Weidewelt-Mitglied Dr. Stefan Nawrath im Gebiet ausgebracht.

 

Wichtig wird nun sein, die Gebietspflege so zu gestalten, daß die Trollblume und andere seltene Pflanzen- und Tierarten überleben. Dazu gehört auch die Wiedereinführung der Beweidung.


15. März 2022, New York

Vereinte Nationen erklären 2026 zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und Hirten

 

Am 15. März 2022 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) in New York das Jahr 2026 einstimmig zum Internationalen Jahr der Weideländer und Hirten (IYRP) erklärt. Diese endgültige Zustimmung ist der Höhepunkt einer Bewegung, die sich über mehrere Jahre zu einer globalen Koalition von über 300 Organisationen entwickelt hat, darunter auch „Weidewelt“ und mehrere UN-Organisationen.

 

Aufbauend auf diesen Bemühungen formulierten die Regierung der Mongolei und 60 weitere Länder, die die Resolution unterstützt haben, die Resolution und legten sie der UN-Generalversammlung vor. Die UN-Generalversammlung würdigt die Bedeutung der Resolution, um die Probleme hinsichtlich der globalen Biodiversität, des Klimawandels und sozioökonomischer Ungleichheiten anzugehen. Sie erkennt an, dass Hirtentum eine dynamische und transformative Lebensgrundlage ist, die eng mit vielfältigen Ökosystemen, Kulturen, Identitäten, traditionellem Wissen und historischen Erfahrungen im Zusammenleben mit der Natur verbunden ist. Es wird bekräftigt, dass "gesunde Weidelandschaften von entscheidender Bedeutung für wirtschaftliches Wachstum, robuste Lebensgrundlagen und die nachhaltige Entwicklung des Pastoralismus sind".

 

Weidelandschaften bedecken derzeit 54 % der Erdoberfläche und sind damit unser größtes Ökosystem, das jedoch am stärksten gefährdet und am wenigsten geschützt ist. Rund um die Welt sichern die Weidelandschaften den Lebensunterhalt und die Ernährungssicherheit von Hunderten von Millionen von Hirten, die tierische Produkte nicht nur für sich selbst, sondern auch für Millionen von anderen Menschen bereitstellen. Viehzüchter nutzen ihr Vieh, um die oft spärliche und kurzlebige Vegetation, die vom Menschen nicht verzehrt werden kann, in gesunde Nahrungsmittel mit hochwertigem Eiweiß für den heimischen Markt und für Exportmärkte umzuwandeln. Damit tragen sie zur globalen Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit bei.

 

Nachhaltige Weidelandschaften und Weidewirtschaft werden dringend benötigt, umso mehr in einer Welt, die mit einem unberechenbaren und sich verändernden Klima konfrontiert ist, in der bereits über 700 Millionen Menschen Hunger leiden und eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind.

 

Die intensive, industrielle Viehhaltung auf engem Raum hat einen großen Kohlenstoff- und Wasser-Fußabdruck; dagegen ist der Fußabdruck von Weidesystemen wissenschaftlich erwiesenermaßen nahezu gleich null. Weidelandschaften, die durch Beweidung erhalten werden, bilden die größte Kohlenstoffsenke des Planeten. Die nachhaltige Bewirtschaftung von Weideland ist für die Eindämmung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung.


10. März 2022, Berlin

Apfelweinkultur ist immaterielles Kulturerbe

 

Die vor allem in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern beheimatete Apfelweinkultur steht jetzt auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland. Das haben die Kulturministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth, beschlossen. Der Verein „Weidewelt“ hatte den entsprechenden Antrag des Vereins Apfelwein Centrum Hessen unterstützt. Das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt kreative und inklusive Kulturformen und deren reichen Schatz an Erfahrungswissen.

 

Von der Streuobstwiese, die als ökologisch wertvoller Lebensraum die Landschaft prägt, über die traditionelle Herstellung des Apfelweins bis zu Gaststätten und Festen ist die Apfelweinkultur seit Jahrhunderten ein wichtiges Element hessischer Identität: Engagierte Menschen pflegen Obstbaumbestände, keltern gemeinsam und feiern Apfelweinfeste. Vereine, Verbände und Streuobstinitiativen – auch die Mitglieder des Vereins „Weidewelt“ - geben diese Kultur weiter, vom Wissen um alte Obstsorten und Keltertechniken bis zu Verkostungen, Wettbewerben und geschmacklichen Experimenten mit Mispel, Honig und Quitte.