Aktuell

14. Septemberg 2021, Breckingen/Saarland

Besuch des Naturschutzgebiets "Wolferskopf"

 

Das Naturschutzgebiet „Wolferskopf“ im Saarland ist 337 ha groß. Seit 1988 hat der „Zweckverband Naturschutzgebiet Wolferskopf“ die Trägerschaft und somit die Verantwortung übernommen.

 

1989 wurde der Wolferskopf als erstes saarländisches Projekt in das Bundesprogramm zur „Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ aufgenommen. Ab 1994 gab es rund 3,44 Mio DM. Mit diesen Mitteln konnten die zum Teil stark verbuschten Kalk- und Trockenwiesen und die aufgelassenen Steinbrüche wieder freigestellt werden. 950 alte Obstbäume wurden erstgepflegt, 450 junge neu gepflanzt, damit die Landschaft in ihrer ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt. Denn nach dem allmählichen Rückzug der sogenannten „Bergmannsbauern“ in den 60-gern wurden die Salbei-Glatthaferwiesen und Kalk-Halbtrockenrasen mehr und mehr von Büschen überwuchert.

 

Von den über 450 Pflanzenarten am Wolferskopf stehen 54 auf der roten Liste der im Saarland bedrohten Arten. Allein 30 verschiedene Orchideenarten sind am Wolferskopf zu finden. Das Übersehene Knabenkraut (Dactylorhiza praetermissa) z. B. gibt einem kleinen Quellsumpf nationale Bedeutung. Denn nur hier und an gerade mal 2 weiteren Stellen deutschlandweit kommt es noch vor.

 

Auch zahlreiche Kleintiere leben am Wolferskopf. 23 Heuschreckenarten wurden gezählt, darunter die bundesweit seltenen Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) und der Buntbäuchige Grashüpfer (Omocestus rufipes). Auch gut die Hälfte aller im Saarland lebenden Falterarten findet man am Wolferskopf, ebenso 15 Säugetier- und 5 Kriechtierarten sowie die Gelbbauchunke. Über 60 Vogelarten brüten hier, vor allem viele Hecken- und Gebüschbrüter. Charaktervogel ist der Neuntöter, über 30 Paare ziehen hier ihre Jungen auf. Aber auch Grünspecht, Hohltaube oder Wendehals fühlen sich wohl.

 

Ein anerkannter Biolandbetrieb bewirtschaftet rund 15 ha Ackerland und 60 ha Wiesen. Die artgerecht gehaltenen Vogesenrinder beweiden etwa 25 ha Grünflächen und tragen damit auch zur Pflege der Magerrasen bei. Auch 2.000 Streuobstbäume gehören zum Bild des Wolferskopfes. Von zwei Obstbauern im Nebenerwerb bewirtschaftet liefern sie nicht nur Tafelobst, sie stellen auch den Rohstoff für naturtrüben Apfelsaft, Apfelessig und Apfelschnaps.


11. und 12. September 2021, Frankfurt

Beteiligung an den Aktionstagen zur Spätsommerschau

 

An beiden Tagen drehte sich im Palmengarten alles um Bienen, Hummeln, Falter, Käfer, kurz: um Insekten. Zwei Tage lang konnten sich die Besucher an verschiedenen Stellen im Garten rund um die Themen Insekten und Bestäuberökologie informieren.

Weidewelt beteiligte sich im Rahmen des Netzwerks BioFrankfurt mit einem Infostand zum Thema "Insekten auf Streuobstwiesen". Dabei wurden auch unsere "Druckwerke" und Köstlichkeiten von der Streuobstwiese angeboten. Kinder bekamen kleine Holztiere und Buntstifte als Dank für ihr Interesse, Erwachsene Kugelschreiber mit einem Weidewelt-Aufdruck. Bewährt haben sich auch die neuen Weidewelt-Shirts, durch die die "Standbetreuer und -betreuerinnen" gut zu erkennen waren.


20. August 2021, Vöhl-Basdorf

Besuch des Basdorfer Hutewalds


16. August 2021, Oberkirch/Schwarzwald

Besuch des Hofguts Silva

 

Das Hofgut der Familie Wohlfarth liegt am Rande des Schwarzwaldes zu Rheintal hin. Neben anderen Tierarten werden hier auch Schweine der bedrohten englischen Rassen Berkshire (schwarz) und Tamworth (rot) gehalten.

Geführt wurden wir von Judith Wohlfarth.

Zum Hofgut gehören Streuobstwiesen, Wald mit Esskastanien und (verpachtete) Weinberge. Den Schweinen stehen großzügige Flächen zur Verfügung für Muttersauen mit Ferkeln, den einzelnen Ebern und Jungschweingruppen nach Geschlechtern getrennt. Die Tiere werden ganzjährig im Freiland gehalten, Weidehütten als Unterstand stehen zur Verfügung. Außerdem gibt es überall Wasserstellen als Suhlen für die Körperhygiene und die Temperaturregulierung.

 

Die meiste Zeit des Jahres verbringen die Schweine auf den Streuobstwiesen und ernähren sich dort von Gras, Kräutern und herabfallendem Obst. An feuchten Stellen, insbesondere auch in Regenperioden, kommt es vermehrt zu Wühltätigkeiten nach Wurzeln oder tierischer Nahrung. Laut Literatur sind 20 - 30% Wühlstellen vertretbar bzw. sogar ökologisch erwünscht, denn auf dem offenen Boden können sich Rohbodenbesiedler unter der Pflanzen, aber auch Insekten und andere Tierarten etablieren. Schäden an den Obstbäumen treten nur vereinzelt auf, z. B. wenn sich die Eber ihre Zähne wetzen. Mit einem niedrigen, aber stabilen Baumschutz aus im Boden verankerten Baustahlbetonmatten kann schnell Abhilfe geschaffen werden.

 

Im Herbst werden die Schweine in den angrenzenden Wald getrieben, wo sie sich u. a. mit Esskastanien, Eicheln, Bucheckern und anderen Baumfrüchten mästen.

 

Das Konzept von Hofgut Silva ist rund. Ein neues eigenes Schlachthaus sorgt für kurze und stressfreie Wege zwischen der Weide und der Schlachtung. Die Produkte (Fleisch, Wurst, Schinken usw.) werden im eigenen Hofladen vermarktet oder verschickt. Außerdem gibt es Umweltbildungsaktivitäten und Öffentlichkeitarbeit. Mehr dazu unter Hofgut-Silva.de.


07.08.2021, Neu-Ansbach/Taunus

Besuch im Freilichtmuseum Hessenpark

 

In den verschiedenen Baugruppen des Freilichtmuseums werden auch unterschiedliche Tierarten und -rassen gehalten, z. B. Deutsches Sattelschwein, Coburger Fuchsschafe und "Mülleresel".

weitere Aktivitäten finden Sie im Archiv unter der jeweiligen Jahreszahl